Monday, April 11, 2011

RABID DOGS - Rabid Dogs - Cd / Cephalic Records …and more


Radau, der sich in direkter Anlehnung an Mario Bava´s Klassiker oder Schundfilm ( je nach lokaler kultureller Keule) sieht, und sich zudem aus den Überresten von BESTIAL DEVESTATION zusammentackert, dürfte für einiges sorgen, von vor Entsetzen hochgeworfenen oberen Extremitäten bis hin zu massiver Weglauftendenz. Einzig Harmonie und Schöngeist sind Bewohner einer weit entfernten Galaxie. Der Krach nimmt Tempo auf, als wären Hurrikan und Tsunami Bestandteile mediterraner Lebensumstände, erinnert eher an raue sturmgepeitschte Küsten als an Olivenhaine. Wenn ihr dazu ein musikalisches Äquivalent benötigt, dann stellt euch eine echt coole Mischung aus CRIPPLE BASTARDS und dem versauten Genpool tschechischer Grindunmöglichkeiten vor und ihr bekommt eine ziemlich genaue Vorstellung… denke ich. Das ist, als würde man den, scheinbar idealisierten, tollwütigen Beißer von der Kette lassen, unschuldigen Passanten wissentlich seinem viral verseuchten Geifer aussetzen, räudiges Bellen und zuschnappenden Kiefer inklusive und das Desaster mit einem Bier in der Hand gemütlich von der Veranda beobachten. Zeit für Sauerstoffbetankung bleibt bei dieser Art Grindgewitter kaum, trotzdem weht viel frischer Wind, was weder Paradoxon noch übersteigerten Anspruch bedeutet respektive voraussetzt. Ganz im Gegenteil lebt das Album mit seinen gängigen Bestandteilen von ungebremster Spielfreude erzeugt von drei Spacken mit echt dicken Eiern in den Hosen. Mit BESTIAL DEVESTATION hat dieser angenehm verstörende Terror so viel zu tun wie Pizza mit Linguini. Bei uns schmeißt man sogar das eine auf das andere und nennt es kulinarisches Experiment, in der Heimat der Pasta würde wohl gleich der kommunale Pate verständigt. Was ich sagen will, beide Bands vereint lediglich ein territorialer Aspekt. Inspiriert wird die selbstbetitelte Gewaltorgie ebenfalls von regionalem Kolorit, und zwar wie zu Beginn angedeutet, von italienischen Sexpolation Streifen aus der Hochzeit der eigenen B - Movie Szene. Warum also sich als lyrischer Fremdarbeiter verdingen, wenn das beste Futter vor der eigenen Tür auf Zweitverwertung lauert. Auf mich macht das Gesamtkonstrukt einen sehr abgebrühten nichts desto trotz augenzwinkernden Eindruck, ich glaube die Typen sind verdammt ausgebufft und spielen gern mit Klischees. Sex, Gewalt, Humor und lautes Gebrüll sind untrennbar miteinander verbunden wie siamesische Zwillinge die der Herr in seiner unermesslichen Undurchschaubarkeit mit den Ärschen verschweißt hat. Eine Trennung ist rein chirurgisch möglich, aber möglicherweise tödlich! RABID DOGS starten gar nicht erst den Versuch, sich Wankelmütigkeit zu leisten, sie grinden aus tausend Rohren unberührt von jeglichen populistischen Eiflüssen und das verdient meinen und euren Respekt!
8/10

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