Tuesday, May 24, 2011

BROKEN GRAVESTONES - Let Sleeping Corpses Lie - Mcd / Comatose Music/Sevared Records


Noel Kemper und Kam Lee haben endlich was Verwertbares aus ihrem überseeischen Händeschütteln gemacht und die passende Begleitmusik, oder eher fast ehrfürchtige Honoration, an das europäische Zombie – Horrorkino der 70/80er gezaubert. Federführend dabei dürfte der titelgebende Jorge Grau Streifen „Let Sleeping Corpses Lie“sein, bei uns als „Leichenhaus der lebenden Toten“ bekannt, und für mich einer der innovativsten Untotenfilme aller Zeiten. Es ist wenig überraschend, dass Noel Kemper (ich stehe auf Pseudonyme), der sich sonst mit GRUESOME STUFF RELISH und ALTAR OF GIALLO verdingt, einen Sound hingekriegt und Musik komponiert hat, die tatsächlich Grabsteine bröseln lässt, verrottende Kadaver auf der Suche nach fressbarem aus feuchter Erde treibt und ein individuelles Privatkino im eigenen Hirn (solange von Zombies noch nicht weggeschlürft) eröffnet. Wer von euch den Film kennt, und dann das hier hört, versteht sofort, dass beides erschreckend minutiös zusammen passt. Der Scheiß ist zum Nägelkauen! Selbst wenn die Mcd eigentlich nur 3 Songs hat (plus Demotracks als Bonus und eigentlich nur doppelt aufgelegt), erschlägt die old school lastige Horror Breitseite mit extrem behäbigem Tempo und tonnenschwerer Straßenwalzenlibido. Auch das passt zum Bild, Zombies wie ergrauende Metaller sind nicht mehr gut für eine fixe Nummer im Fahrstuhl. Da passen wir uns doch lieber dem alters-, und morbiditätsentsprechenden Rhythmus an. „Let Sleeping …“ ist reinster Horror Metal mit bollernden Drums, kreischender Gitarre (fast wehklagend in eigentlich typischer Kemper Manier) und verschleimten Vocals, als müsste der frisch geschlüpfte Wiedergänger erst mal Dreck und angetrocknetes Sputum auskotzen. Zudem gilt ein Song als Statement für echte Genrefans und hält auch als Erklärung für den musikalischen Schleppanker her. „Zombies Don´t Run“, das nenn ich doch mal eine Aussage! Eine Aussage an der sich das Gelegenheitsprojekt Kemper / Lee mit aller Konsequenz festhält und die ihnen in dem was sie da gemeinsam aus der muffigen Gruft menschlicher Fantasie befreit haben, recht gibt. BROKEN GRAVESTONES ist was für Fans der ersten Stunde, die sich mit Vorliebe den stumpfen Dolch metallischer Geradlinigkeit von vorn und in vollem Bewusstsein in den Leib rammen lassen. Keine Schnörkel, keine Technik, keine überflüssigen Spielereien, kein künstliches Aufgeblase, sondern direkt und ehrlich in die Fresse. Macht mörderisch Laune, klingt unglaublich düster und bedrohlich, zaubert ein breites Grinsen in langsam schlaffer werdende Gesichter und hält sich dabei ganz an die Tradition von Bands ASPHYX und ähnlichen Vorreitern. BROKEN GRAVESTONES essentiell zu nennen wäre für die breite Masse wohl vermessen, für mich gilt das aber schon!
9/10

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