Thursday, May 5, 2011

GRAVEHILL - When All Roads Lead To Hell - Cd / Dark Descent Records


“When All Roads Lead To Hell” …? Wann soll das sein? Oder genauer, tun sie das nicht ohnehin schon. GRAVEHILL erzählen da nichts neues, machen quasi eher so was wie eine diabolische Inventur der globalen Situation, die sie musikalisch mit tiefschwarz gefärbtem Death / Thrash untermauern. Aus jeder Pore schwitzen die Blut, Hass, Nihilismus, Pessimismus, Menschenverachtung, Satanismus, Tod und weiteres gottabgewandtes blasphemisches Gedankengut. Würde die Musik nicht wie eine teuflische Abrissbirne durch Mark und Bein fahren, Feuer spucken und roten Lebenssaft vergießen, könnten die mir mit ihrer miesen Laune ganz schnell den Tag versauen. Die lassen den Himmel bluten, drücken mit ihrem weißglühenden Brandeisen ungläubigen Passanten drei schmerzhafte 6en auf den humanoiden Südpol und zocken ihre Mucke mit solch zeitloser Old School Inbrunst, dass ich die Anzeige wegen Störung der öffentlichen Ordnung wieder zurück gezogen habe. Wer bin ich denn, dass ich jemandes Überzeugung in Frage stelle. Dabei stechen sie mit alten Messern in empfindliche Stellen, überfallen ihre Opfer bekleidet mit schwarzem Leder und über und über nietenbehangen, drücken die Luftzufuhr ab und erweisen sich in ihren ganzen musikalischen Toben, absolut humor -, und kompromisslos. Angegrauter teutonischer Thrash Metal kommt genau so zum Tragen wie eine latente nordische Holzfällereinstellung und viel amerikanische Todesbleiverachtung. Auf das Faktum „erbauliche Abwechslung“ setzen sie dabei nur wenig, was einen monotonen Eindruck hinterlassen könnte, da wird eben zumeist auf die Tube gedrückt. Dabei erweisen sich diverse Tempoanker, die den Kahn auch mal aus der Spur bringen, als durchaus hilfreich, „Consumed By Rats“ zum Beispiel! Das ist für mich ohnehin das beste Stück einer auch sonst ganz gelungenen Scheibe. Das Riffing ist cool, das Tempo angenehm zum mitschwingen ohne das die Gefahr besteht, sich das Bier allzu schnell über die eigenen Füße zu kippen und die Bassspur hat echt Charisma. Ja und sonst, na ja, GRAVEHILL setzen auf klassische Konstruktionen mit gestaffelten Metal Solos und unkompliziertem Songaufbau. Dem Gehörnten wird’s gefallen, der bekommt so viele Klischees um den Ziegenbart geschmiert und wird über Gebühr hofiert. That´s Metal! Dass das sonnige Kalifornien so was verderbtes auskotzen kann, hätte ich allerdings nicht erwartet, aber die Band um Mike Abominator und Matt Harvey rudert scheinbar aus voller Überzeugung gegen den Strom aus goldgelben Orangen, weißen Stränden und knapp verhüllten Oberweiten. Die geben lieber Vollgas auf dem Highway zur Hölle, der am 20. Mai ohne Tempolimit zu befahren ist, mit schönem Gruß an den Sensenmann und 3,5 Promille auf der Lampe! Bis zum bitteren Ende dranbleiben lohnt sich übrigens, denn dann werdet ihr erleben, dass die Jungs auch in echter AC / DC Tradition zocken können! Anspieltipps: „Hell Metal Holocaust“, „Consumed By Rats“
8/10

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