Tuesday, May 17, 2011

MOTHER EEL - The Idiocy - Generosity Cycle - 7


Da geht eine Grindcoreband (vermutlich) hin und nennt sich Aalmutter, dieser Aspekt leuchtet mir nicht ein. Drängt sich die Frage ans schummrige Licht der Neugier, aus welchem tiefen und schlammigen Loch die gekrochen sind, und warum überhaupt. MOTHER EEL ist jedenfalls ein ziemlich schwerer Happen, der sich mit normalen und gewaschenen Fingern nicht festhalten lässt, und der immer weiter zappeln und sich winden wird, selbst wenn ich ein Leben lang mit Füßen darauf herum treten würde. MOTHER EEL ist eher so was wie ein psychedelischer Dauerrausch für Naturbreite, als echte Grinderfahrung. Die Musik ist stumpf, häufig chaotisch und wirr, dann wieder mit Tendenz zu Sludgekram. Die Basis ist einfach gestrickt, die Gitarre macht nicht viel, wenn es um ein durchgehendes Riff gehen soll, ist aber auch wieder progressiv und kaum zu fassen, wenn dem Klampfer die Gesichtszüge zu entgleisen scheinen. Dabei tragen sie irgendwie dieses Lumpenfeeling aus den 70ern mit sich rum. Hätten die Hippies damals länger durchgehalten und weniger hirnfressende Drogen genommen (oder mehr, je nach Betrachtungsweise) dann hätte deren Ruf nach Liebe und Frieden so enden können. Würde mein persönlicher Geschmack wirklich eine Rolle spielen, dann liefe ich wohl weg, denn die Musik ist mir zu unstrukturiert (oder ich bin nicht in der Lage den roten Faden zu finden), zu kalt und beinhaltet kaum aha – Momente. Das Endprodukt dieser Sitzung ist eher was Experimentelles als Rockiges, nur ziemlich dreckig ist es, so wie so. Der Sound ist eher was für eine vollgerümpelte Garage und hat den Charme einer verdreckten und zugekackten Bauernscheune voller verhungerter und eingetrockneter Kleinnager. Dazu kommen immer wieder willkürliche noisige Vocals, nervige Feedbacks und elektronischer Langwellen - Nonsens, so dass hier eine vielleicht unfreiwilliger Liveattitüde entsteht. Macht alles nicht so wirklich Spaß, ist dafür ganz schön anstrengend und ich werde das quälende Gefühl nicht los, das Konzept (?) dieses Getöses zielt auf pure Improvisation ab. MOTHER EEL ist ganz bestimmt kein Massenprodukt und wird nur eine Hand voll zugeknallte Idealisten überzeugen können. Ich weiß ja nicht, wie das in ihrem Heimatland Australien aussieht, aber hier werden sie kaum Fuß fassen können, denn wir mögen keine Individualisten, so sind wir nicht erzogen (das ist Ironie!). Ihr könnt ja mal vorsichtig auf Hörweite ranbremsen: http://www.myspace.com/mothereel, lasst euch nicht gleich verschrecken, in meinem gestörten Musikverständnis hinterlässt die Band jedoch einen unfertigen Eindruck mit Restpostencharakter.
5/10

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