Sunday, May 22, 2011

SPEED KILL HATE - Out For Blood - Cd / Hammerfist Records


Dave Linsk kümmert sich nach der letzten überragenden OVERKILL Scheibe wieder um seine seit 2005 auf dem Nebengleis abgestelltes Baby SPEED KILL HATE und schiebt nach langer Wartezeit ein neues Album in ebenfalls fast neuer Besetzung nach. Dabei kommt dann aber leider wenig innovativer, eher bewährter Thrash Metal heraus, der mit guten Mid Tempo Riffs punktet, sich an einer ausgewogenen Mixtur aus Bay Area, Slayer und Pantera orientiert, und nicht dem Versuch erliegt irgendwas anbrennen zu lassen, indem man sich zu weit aus dem Fenster lehnt. Schade eigentlich, denn Risikofreude macht sich gern auch mal bezahlt. Nicht dass ich jetzt wirklich nörgeln wollte, „Out For Blood“ ist ein souveränes Eisen mit guten Songs, satter Produktion und so weiter, es bleibt unüberhörbar, dass da erfahrene Musiker mit Überzeugung ihr Instrumentarium zu zerstören, aber herausragend ist es eben nicht. Die Riffs haben die richtige Schärfe, dafür sind die Solis etwas zurückhaltend und das gesamte Songwriting ist mir selbst einen Tick zu inkonsequent. Vielleicht trägt die Stimme des aktuellen Frontmanns Bob Barnak auch ihren Teil dazu bei, dass das ganze Teil nicht recht landen will, weil er mir mit zu sonoren Hardcoreshouts etwas die Laune verhagelt. Desweiteren ist kein echter Blutbatzen, kein direkter Treffer aus poliertem Lauf auf der Scheibe, lediglich 10 gute Stücke. Effektiver wäre es, den einen oder anderen raus zu hauen um mir und euch einen Grund zu geben, das Album wirklich zu wollen. Allerdings bin ich auch der festen Überzeugung, dass jene, für die US Thrash Metal schon immer der Ersatz für Muttermilch war, sehr viel von „Out For Blood“ halten werden, da es in den momentanen Trend hinein passt und problemlos an vergangene Tage anknüpft, ihr müsst euch quasi an nichts neues gewöhnen, das ist kein handgefertigtes Sushi vom Meister sondern schnell verdauliches Fast Food. Also, Durchfall und Verstopfung (geistiger Art) tangieren euch nicht mal im Ansatz? Dann dürft ihr euch von SPEED KILL HATE gern zeigen lassen, wo die eisernen Kreuze wachsen, mit ihnen in eine martialische Schlacht ziehen und ordentlich austeilen, aber auch einstecken können. „Out For Blood“ wird so bestimmt eine heftige Scheibe, die ihre Fans finden wird, aber bei der geballten Erfahrung der Musiker hätte unbedingt mehr drin sein müssen als eben nur gut zu sein. Schade, da wurde einiges verschenkt.
6/10

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