Thursday, June 30, 2011

ABRASIVE - The Birth … Born In Sodom - Cd / MDD Records


Hmmm … was ist denn hier passiert, haben ABRASIVE nach einigen coolen Veröffentlichungen die Lust verloren? „The Birth…“ jedenfalls stagniert mit gleicher Beharrlichkeit wie die innerdeutsche Wirtschaft vor nicht allzu langer Zeit. Ich will nicht an der Brutalität des musikalischen Brandanschlags zweifeln, aber das reicht doch nicht zwangsläufig um den Pokal von der Schrankwand zu holen und ihm den angesetzten Staub von der Chrompolitur zu lecken. Primitiv (im metallischen Sinne) ist gut, langweilig ist Grütze, irgendwo zwischen diesen Polen stolpern ABRASIVE umher wie ein waidwunder Keiler, der orientierungslos in blindwütige Raserei verfällt. Das Vieh versucht seine Hauer in das Fleisch der umstehenden Jäger zu schlagen, kann aber sein Ziel nicht finden, da ihm ein roter Blutschleier den Blick vernebelt. So ähnlich muss es der Band gegangen sein, denn so viel Zorn die Musik auch ausspuckt, ein zielgerichteter Vernichtungsschlag gelingt nicht, die Songs verpuffen eher, als dass sie irgendwas zu treffen vermögen. Ich stelle mir die bange Frage, wer da den Jungs die Klarsicht verhängt hat? Um keine Missverständnisse aufkeimen zu lassen, schlecht sind sie nicht, technisch zwar nicht unbedingt ansprechend aber dafür rüde und kompromisslos, unterm Strich muss aber auch zugegeben werden, dass das von vorn bis hinten nach Sonntagsbesuch klingt. Wenn alle alten Bekannten vor der Tür stehen und dir das Wochenendbier wegsaufen wollen. Irgendwann hast du auf die Muschpoke keinen Bock mehr, weil du weißt wie die Veranstaltung wieder ablaufen wird und du lässt die Luke einfach mal zu. Ich will der Band nun keineswegs zu nahe treten, aber nach der letzten Scheibe hatte ich eine Erwartungshaltung wie der Konditor von der Hochzeitstorte, bekommen habe ich nur Rührkuchen. Schmecken tut der auch, aber das ist halt keine Torte! Noch mehr enttäuscht der Sound, hört sich an als würde ein Badeverunfallter am Schleppseil hinterm Motorboot hergezogen werden und bekäme den Nischel nicht mehr über Wasser. Alles was der noch wahrnimmt, bevor er in den ewigen Jagdgründen als Gärtner einen unbefristeten Vertrag erhält, sind dumpfe Schläge auf das Trommelfell. Selbst wenn man im heimischen Stuttgart mit dem Album zufrieden sein sollte, dürfte es doch die Aufmerksamkeit der meisten Death Metal Fans verfehlen, da es mit zu vielen Unzulänglichkeiten hantieren muss. Hätte ich nicht gedacht und trotzdem ist da offensichtlich was schiefgelaufen. Lediglich ein brutales Album nachzuschieben ohne auf den eigenen Ideenpool zu vertrauen (den es mit Sicherheit gibt), nur die US Szene und auch sich selbst zu kopieren, reicht ganz einfach nicht.
4/10

No comments:

Post a Comment