Friday, June 17, 2011

BURIED IN BLACK - Black Death - Cd / AFM Records


Hamburg, Metropole am nordischen Meer und Heimat von BURIED IN BLACK, schicke, sehenswerte und lebendige Stadt. Aber wusstet ihr schon, dass die Innenstadt mal in 3 Tagen komplett abgefackelt ist, der Hamburger Michel sogar 2-mal? Dass ein Papst dort begraben liegt und er die Stadt Scheiße fand: "Solange meine Gebeine hier ruhen, wird Hamburg zerstört und verwüstet, und wilde Tiere hausen in den Trümmern."? Wusstet ihr, dass erst Napoleon mit den Ketten rasseln musst um den Hamburgern einen richtigen Leichenacker zu bescheren, bis dahin haben die ihre Toten in die Kirchenkeller gekippt bis der Gestank das Gesellschaftsleben lahmlegte. Dass das Zölibat bei den Hanseklerikern so viel Wert war wie Hundescheiße unter Holzpantoffeln? Dass es hier vor 500 Jahren an die 500 Brauereien gab und die scheinbar schon immer gern gesoffen haben? Und in dieses langsam verkrustende Gespinst aus Angst, Schrecken und Dekadenz platzt nun ein neuer Unheilsbringer, der sein schwarzes Mal an die Stadttore hämmert, der auf einem fahlen Rappen sitzt, einer der die Futterraufe nur im Vorbeifliegen sieht, und Tod und Verderben mit schiefem Lächeln über den Moloch bringt. … na ja, ist nur wegen der Dramatik. BURIED IN BLACK zaubern ein sehr unbeschwertes Debüt Album aus dem Hut. Eines das nicht unbedingt nach neuen Standards sucht, sich eher für die Essenz des Death Metal interessiert und mit der Rezeptur auch nicht experimentieren will. Stellt euch auf ein riffbetontes Werk ein, das flott voranschreitet, seine Stärken aus Midtempo zieht und schön schweren, beinahe primitiven Sound sein eigen nennt. Was dann unterm Vorhang hervorkullert klingt vergleichsweise nach schnelleren und frischeren JUNGLE ROT oder FACEBREAKER mit dezent melodischem Akzent. Ist alles nicht wirklich spektakulär, aber wahrscheinlich genau das, was ein Death Metal Fan als bangerfreundlich und fannah durchgehen lässt. BURIED IN BLACK reiten auf dem direkten Weg in die Verdammnis, benötigen keine technischen oder gar progressiven Umwege. Die legen ihr lokales Umfeld ein weiteres mal in Schutt und Asche, verbreiten die Plagen über die Hanse wie Gott über die Ägypter. Mit dem Unterschied, dass sie damit keine Geschichte schreiben werden, sondern wir das Spektakel mit einem Bier in der Hand vom Tresen genießen können und danach ohne Gewissensbisse ins Bett gehen. Ich weiß nicht, wie nachhaltig „Black Death“ wirklich ist, aber für den Moment ist es schon ein leckerer Happen. Ich halte das Album für etwas blauäugig und definitiv nicht für eine Offenbarung, aber für absolut glaubwürdig und authentisch, gut gemacht!
7/10

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