Wednesday, June 15, 2011

BYFROST - Of Death - Cd / AFM Records


Der Bandname bezieht sich auf die Regenbogenbrücke aus der germanischen Mythologie, den wackligen Übergang vom leidvollen Erdendasein ins Reich der Götter. Mitten auf der schaukelnden Konstruktion haben nun 3 Norweger ihren Proberaum hingepflanzt, (die Leute verrecken wie die Fliegen, was die Grundstückspreise in den Keller treibt), und erschweren den leidgeplagten Verstorbenen nun den wohlverdienten Übergang in den vermeintlichen Dauerschlaf, das finale Besäufnis oder die ewige Schlacht, je nach persönlicher Neigung. Die stehen da und thrashen schwarz, haben niemanden gefragt und müssen auf mythischem Territorium, außerhalb irdener Rechtsprechung auch keine Steuern zahlen oder urbane Gesetzmäßigkeiten fürchten. Unverschämtes Verhalten, da bist du gerade tot und denkst jetzt könnt ihr mich alle mal, ab sofort mache ich keinen Finger mehr krumm und dann so was? Stehst du wieder vor einem Problem und kommst nicht weiter. Also stellst du deinen illuminierenden Kadaver einer letzten Herausforderung, bevor du die honigsüße Belohnung für dein langes, hartes Leben kassieren darfst. Leise vorbeischleichen geht nicht, dafür ist das Chaos zu groß, die Gitarre zu laut und deren Riffs wie Himmelsblitze schrill und blendend. BYFROST ist ein typischer Vertreter skandinavischer Black / Thrash Bands mit den gewohnten Trademarks, zudem mit verpasster Innovationsinfusion, die der Bestatter ruhig noch hätte verabreichen können, bevor die Ofentür zuschnappt, aber auch mit der richtigen Portion Metal im genieteten Hodensack um immer noch gute Songs zu schreiben. BYFROST ist mal schnell, mal melancholisch und immer kalt, lässt mal Old School Thrash durchklingen, häufiger noch IMMORTAL und zum Schluss auch einen melancholischen BATHORY Kniefall. Wenigstens musikalisch, denn lyrisch wollen sie die Götter scheinbar am liebsten aus Asgard heraus kicken indem sie sich an die Spitze ihrer individuellen Höllenarmee stellen und ordentlich Ramba Zamba machen. Die Eier haben sie sicher, an Überzeugungskraft mangelt es jedoch, der Schlachtruf wurde schon von ganz anderen Typen und viel früher durchs Kriegshorn gejodelt, sodass nicht mehr so viele Gefolgsleute zur Verfügung stehen dürften um sich Kriegsbemalung auf das bleiche Antlitz schmieren zu lassen. Also mit etwas Geduld harrt der frisch Verstorbene noch ein bisschen auf der Brücke aus und der Weg wird von ganz allein frei, oder ihr stellt die Benutzung der Repeat Taste unter Todesstrafe (inklusive Alkohol und F.. kverbot), dann wird das schon. Mir liegt natürlich nichts ferner als BYFROST zu verunglimpfen,dafür ist das Ergebnis viel zu souverän, es ist nur so, dass es möglicherweise nicht reichen wird ein durchaus gutes und handwerklich stabiles Album in die höllische Lostrommel zu werfen, weil sich darin schon zu viele Gewinnerwartungen drängen. „Of Death“ hat Charme und Unterhaltungswert aber auch den Makel der Durchschnittlichkeit. Es sei allen zu empfehlen, die noch nicht an Kriegsmüdigkeit leiden, berufene Schwarzseher sind und immer noch mal dieselbe Portion Teufelsmetal vertragen können ohne mit eingeschlafenen Füßen im Discountersarg zu verrotten.
6 /10

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