Saturday, June 18, 2011

COCKLICK AIRPORT - Bushwhacker's Body Rearrangement - Ep


In Bezug auf den Aspekt der Kreativität hinlänglich Namens-, und / oder Titelgebung sind bei so manchem schon alle Dämme der Nachvollziehbarkeit gebrochen. Das liegt wohl daran, dass ich näher an Alois Alzheimer dran bin als die jungen Wilden, die Rotznasen, Tütenschnüffler, Nachmittagsfernsehprotagonisten und Weltumstoßer. Wie sonst kommt man darauf den titelgebenden Hinterwäldlerkadaver im heimischen Ruhrpott zu suchen, das ist doch eher Thema auf Ziegenpeters Almwiese, es sei denn der unüberlegte Konsum von Wohlstandsmüll führt in den Metropolen unseres Landes zu geistiger Degeneration. Das glaubt doch wohl keiner … . Wie bösartig! Genau so bösartig klingt die Musik der Band mit dem nicht minder stirnfaltenerzeugenden Namen COCKLICK AIRPORT. Frisch über selbigem kreisend und immer noch in der Warteschleife vertreiben sie sich die Zeit mit einem bleibeschuhtem, zähem Slammonster im Handgepäck. Breaks, Beatdowns, Obertöne, Gerülpse aus der finstersten Region menschlicher Anatomie, wenig Harmonien und viel Brutalität. Moderner Kiddi - Kopfabscheiß eben, das was sie heute Death Metal nennen und den Mob im Kreis treibt. Anerkennend muss ich sagen, die Jungs und ihre Musik haben Eier, zum einen weil die Ep tatsächlich schwere Kartuschen verschießt, die bei Einschlag schon ordentliche Löcher reißen können, zum anderen aber auch, weil sie sich um Innovationen keinen Kopf machen. Die kopieren gnadenlos den amerikanischen Markt und machen daraus eine Hausparty. Hut ab! Schöner wär es gewesen (ganz subjektiv) auch mal ein Riff zu spielen, bei dem der Hosenboden nicht in der Kniekehle hängt und die Coolness nicht ganz so konstruiert wirkt, vielleicht die Arrangements etwas feiner abzustimmen und die Mucke an sich mehr zu öffnen. Denn sonst besteht trotz aller rigorosen Härte die Gefahr, dass der Brei fade schmeckt. Haut doch einfach mal einen raus! Der DEVOUREMENT Kram ist schnell ausgereizt und selbst die drücken mehr auf die Tube. Aber ich genehmige mir trotzdem ein Lächeln unterm Pony, denn die Jungs haben offensichtlich Spaß mit ihrem Lärm und scheinen da ganz beherzt die Messer zu schleifen und noch einige Zeit aushalten zu wollen. Also lassen wir sie noch etwas in ihrem Flieger sinnieren, festen Glaubens, dass der Auftrieb über Deutschlands Industrieherz die Propellermaschine recht lange am Himmel hält, die medial injizierte Hirnweiche nicht nach da oben übergreift und die Band sich selbst noch viele gute und vor allem bessere Songs beschert. All jenen die auf schwerfälliges Gestampfe stehen und nicht nach dem Messias im Erdloch suchen, um ihm die Sandale der Erkenntnis zu klauen, seien COCKLICK AIRPORT empfohlen. Die haben Bock an den Wänden ihres lokalen Universums zu rütteln, also sollen sie! http://www.myspace.com/1226Band
6/10

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