Wednesday, June 22, 2011

DEFILEMENT - Revel In Madness - Cd / RTM Productions


5 Serbische Freischärler verlassen die Deckung ihres Bunkers und setzen zu einer rigiden Attacke auf die starken Wände westlicher Moral an. Ohne Gedanken an eine Notbremse brettern sie durch mentalen Dreck, Blut und Asche, in voller Absicht allen die sie offenen Auges überrollen, zu zeigen was sie unter einer echten Wagenladung brutalen Death Metals´ verstehen. Der Drummer treibt seine elektronische Bassherde in vollem Trab über Schützengräben und durch Minenfelder, durch jede Barriere reflexartiger, mentaler Abwehrhaltung. Die Musik steht in all ihrer Härte so schnell auf der Matte der heimischen Kommandozentrale, dass es ratsamer wäre ein weißes Bettlaken aus dem obersten Stock zu schwenken, als mit den Folgen breitgestreuten Kartetschenfeuers leben zu müssen. Dabei steht aber auch fest, dass Adjektive wie filigran, innovativ oder anspruchsvoll im zerebralen Schlachtenplan von DEFILEMENT nicht, oder nur marginal vorhanden sind. Die wollen einfach nur die grauen Zellen ihrer Opfer ausrotten, den Bass zu einer doppelläufigen Schrotflinte umbauen und gezielt unschön sein. Der Vergleich mit der Brechstange mag im Raum stehen, die Begeisterung für das losgetretene Chaos ist der Band aber durchaus abzunehmen und so liefere ich mich nach einigem Zögern doch bereitwillig dem Blastfeuer aus, hole mir mit leicht verkniffener Mine vereinzelte groovige Schellen ab und erkenne, dass auch ich meine Freude daran haben kann, ohne nach tieferen Inhalten zu suchen. DEFILEMENT ist nicht spektakulär, wählen auf ihrem Weg zur Zielflagge gern den direkten Weg und zermanschen alle ihre Strecke kreuzenden Hindernisse wie der Schulbus die Krötenwanderung. Es scheint der Band auch wichtig zu sein, die Saiten auf ihren Instrumenten recht locker zu spannen, dieser Umstand verleiht dem Sound zusätzlich etwas ursprüngliches, authentisches jenseits hochtechnisierter Überproduktion. Vielleicht lag das Studio zur Zeit der Aufnahmen aber auch noch unter einem meterdicken Schuttberg vergangenen Feindbeschusses. Ich werde mich nun nicht aufgrund kompositorischer Glanzleistungen überschlagen wie der Hamster im Laufrad, einfach deshalb weil es die gar nicht gibt, anerkenne aber gern das Engagement der Musiker und ihr zielstrebiges Voranschreiten, kann das Album also metaphorisch durchaus all jenen in die toten kalten Finger legen die sich gern auch von Unbekannten aus den hintersten Winkeln des Vorstellbaren den Arsch versohlen lassen. Ich sehe da jedoch auch keine große Zukunft zwischen Schredder, Fleischbeil und der Pulverisierung von Ohrenschmalz voraus, denn diese Sparte wird von vielen bedient und nicht wenige stellen sich geschickter an. DEFILEMENT ist da mehr so was wie ein Stein in der Gerölllawine, der mit den anderen den Berg herab donnert, aber so lange er am Rollen ist hat er immer noch die Chance Fahrt aufzunehmen. Ihr dürft gern den Kopf unter den Dampfhammer legen, wenn ihr eure Erwartungshaltung an der Leine lasst.
6/10

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