Thursday, June 30, 2011

NECROVOROUS - Funeral For The Sane - Cd / Pulverised Records


So, da haben die Griechen nun das Chaos vor der großen Staatspleite, die müssen, um Bares aufzutreiben, die Akropolis an die Scheichs nach Dubai verhökern, die Olivenhaine dem Italiener abtreten und das Patent auf Feta wieder freigeben. Das ganze Pantheon wackelt aufgrund der maroden Wirtschaftslage und der hausgemachten Sozialdekadenz. Und plötzlich fließen Tränen und Blut reichlicher als Ouzo und Metaxa, weg ist sie, die folkloristische, mediterrane Beschaulichkeit. Und als ob das alles nicht schon beängstigend genug wäre, können die sich noch eine Band wie NECROVOROUS leisten, die von der Masse natürlich unbemerkt, dem nationalen Trümmerhaufen, mit musikalischer Unart, den Rest gibt. Ich weiß nicht ob Kosta und seine Brüder zu all den Schreckensmeldungen und der greifbaren Angst vor dem Morgen, noch eine Death Metal Band ertragen wollen, die den bis zum zerreißen gespannten nationalen Nerven den Rest geben werden. Aber wir als Mitteleuropäer dürfen uns mit wohligem Grausen und ernst gemeintem Schmunzeln in unseren Corbusier zurückziehen, den Kronkorken von der Pülke sprengen und Old School Death Metal genießen. Wir haben für so was noch Zeit und Ausdauer! Zumal wir hier nicht lange brauchen, um dem dröhnenden Todeszug in leichtem Trab zu folgen. Das ist alles sehr eingängig, hat viele , ich nenn´s mal „spooky“ Momente, wie in „Mind Laceration“, wenn ein Teil des Songs in behäbig schauerlichen Tempo den Schutzwall des eigenen Verstandes durchbricht und sich gern mal an alte AUTOPSY, MASSACRE, ASPHYX, DISMEMBER anlehnt. Die Band baut generell auf Variablen in der Pace, allerdings ohne den Aspekt der Nachvollziehbarkeit aus den Augen zu lassen. So was zu hören ist ein Fest jenseits überflüssigen Retrowahns. So was nennt sich nicht kopieren sondern honorieren, denn um solche Stücke auf den Weg zu bringen, gilt es den eigenen Verstand einzuschalten. Die Band hat scheinbar im Gegensatz zu ihren Landsmännern... und männinin? den Zahn der Zeit unter das Kopfkissen gelegt und sich der alten Stärken besonnen. So bekommt man den Arsch auch wieder aus der Mulde, wenn man sich daran erinnert, was man wirklich kann und aufhört sich auf den Erfolgen von einst auszuruhen. NECROVOROUS haben das auf ihre Art hinbekommen und brennen ein Feuerwerk aus schwarzen Riffs und durchdachten Songs ab Und zwar solcherart, dass sie sich mit der nötigen Aufmerksamkeit ihrer Konsumenten um die Frage der Nachhaltigkeit keine Sorgen machen müssen. Für Fans noch längst nicht vergangener Tage ist „Funeral For The Sane“ durchaus eine Empfehlung wert!
8/10

No comments:

Post a Comment