Thursday, June 16, 2011

VORTEX OF CLUTTER - Source Of Sickness - Cd / Extreminal Productions


Die Brüder aus der vakanten EU Erweiterung starten einen verzweifelten Versuch sich im Genre des melodischen Death Metals zu etablieren. Wären die Stücke nicht ein so wüstes Hühnerhofdurcheinander auf dem der Bauer nur schwerlich den Überblick behalten kann, und würde das Schlagzeug nicht nach sporadisch ploppendem Popcorn klingen, das irgendwie die falsche Betriebstemperatur auf der Uhr hat, könnte das auch gehen. Leider ist die Gitarre jedoch das Äquivalent zu einer leeren, rostigen Erbspüreedose und Bass gibt es scheinbar gar nicht, dafür eine zu dominante Gesangsspur. In jedem Song wimmelt vor es massiven und zahlreichen Richtungs-, und Rhythmuswechseln, Tempowechsel und Wechsel der Unterwäsche (gefährlich das zu hören, wenn du Pipi musst, erschrickst dich einmal zu oft und die Nummer wird peinlich). Das mag in der Regel hohen Anspruch vorgaukeln, hier aber führt es zu einem Chaos, mit dem nur wenige Bands umgehen können. Das echte Rüstzeug haben VORTEX OF CLUTTER sicher irgendwo hinter ihren vielen guten Absichten versteckt, müssen es nur wiederfinden, leider wird das Albumdebüt, so wie es hier präsentiert wird, an der Wand landen wie rohe Eier beim Familienkrach. Dabei ist die Musik sicher gar nicht schlecht, enthält viele interessante Momente, ist nur völlig ungeordnet. Müsst ihr mal meine Sockenschublade sehen auch da sehe ich nur mit Mühe durch. Ein etwas dickeres Fell, mehr Selbstvertrauen und ab und an mal einen brutaleren Kanten an den Haken, dann hätte das funktionieren können, denn was nützt alles Talent und Bock auf Mucke, wenn der Spielfluss dem eigenen Ego untergeordnet ist. V.O.C. dealen mit viel Melancholie, akustischen Parts, Deathcore und Thrash Metal, legen aber keinen Wert darauf, die Songs auch voran zu bringen, die kleben im immer gleichen Gespinst aus gutem Willen und fehlendem Umsetzungsvermögen fest. So einfach schüttelt sich keiner den Evil Chuck aus dem genieteten Jackenaufschlag oder anders ausgedrückt, 1000 hochveredelte Einzelbauteile machen noch lange keinen fahrtüchtigen Sportflitzer! Wahrscheinlich muss ich das aber anders sehen und ihnen den Charme eines naiven Träumers zusprechen. Was aus idealistischen Wolkenguckern im Lande des Kapitalisten wird, wissen wir jedoch alle. Die Band hat zu wenig Biss (noch?), als dass sie eine realistische Chance hätten, ihre Fänge dauerhaft in irgendwas zu schlagen, und sei es nur ein Huhn. Vielleicht findet es ja noch sein Korn? „Source Of Sickness“ bleibt letztendlich ein passables, aber an Selbstüberschätzung krankendes Album. Bezugnehmend auf den Albumtitel sollte die Band die Quelle bei sich selbst suchen.
5/10

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