Thursday, July 21, 2011

ANNEX THEORY - Beneath The Skin - Mcd / Pivotal Rockordings


ANNEX THEORY sind ein reichlich komplexes Stück Musik, bei dem der Einstieg für den unbedachten Käufer möglicherweise nicht einfach sein dürfte. Wir haben es hier mit großer, aber auch komplizierter Musik zu schaffen. Musik; die die verworrene Struktur einer mathematischen Gleichung hat. Kennt jemand Einsteins´ Feldgleichung? „So wie die Masse das Gravitationsfeld in der newtonschen Gravitationstheorie verursacht, ist der natürlichste Ansatz für deren Verallgemeinerung, dass das Gravitationsfeld mathematisch von der Gestalt des Energie-Impuls-Tensors abhängig ist. Nun ist kein beliebiger symmetrischer Tensor, da er erfüllen muss, d.h. die Divergenz des Energie-Impuls-Tensors muss verschwinden, damit das Gesetz der Energie- und Impulserhaltung aufrechterhalten wird.“(Wikidingsda) Na kapiert? Eben! Ich hasse diesen abstrakten Wirrwarr, da ist nichts zum anfassen dran, nichts wo man reinpieksen kann, der Mist blutet nicht. In dieser Art verhält sich die Ep der Kanadier, da gibt es so viele Komponenten und Variablen, dass der rote Faden der uns zum Ergebnis führen soll, ständig seine Farbe wechselt. ANNEX THERORY stehen auf Melodien, genauso wie auf Gefrickel und vereinzelte Disharmonien. Sie decken stimmlich das ganze Spektrum ab, Growls, Screams, und mädchenfreundliche cleane Geschichten, wechseln zudem Tempo und Grundstimmung wie Beckham seine Unterhosen. Die Band beherrscht Aggression wie Melancholie, Deathcore Stakkato genauso wie Grooves, um die Ecke wie straight in die Fresse. Keyboard muss auch sein, ist mal überflüssig, manchmal kriegt man es auch gar nicht mit. Dann wieder zieht es mit Korsett und Peitsche vor die Hinterzimmerkamera und macht einen auf Domina. Und tatsächlich sind das dann die stärksten Parts der Rummelbude, das Teil tanzt Twist mit dem Chaos wie (weit aus dem Fenster, ganz weit!) frühe Vangelis und ein bisschen Yellow. Ist aber ausgesprochen cool und richtig was zum hinhören. Wer auf so viel progressives Stapelverfahren allergisch ist, Musiker in bunten Hemden mit komischen Frisuren und Milchbärten nicht mag, der lässt das hier lieber links liegen. Ich brauch das auch nicht zu jeder Mahlzeit, will aber freimütig zugeben, dass hier großartige Musiker mit gut geschmierter Hirn – Finger Reizleitung auf Hochtouren laufen. Schön auch, dass sie einen Fehler nicht begehen, sie lassen die Eingängigkeit für den Durchschnittsluden nicht außer Acht, oder zumindest finden sie zwischen ihren Ausbrüchen immer wieder den Weg nach Hause. „Beneath The Skin“ kann beeindruckend sein, ist aber auch nicht ohne weiteres bis zum letzten Zipfel verdaubar, stellt sich vielleicht eher als Musik für Musiker dar, so zum gegenseitigen ätsch machen. Fest steht, die Jungs haben es richtig drauf, stehen auf Progressivität ohne auf wirklichen Metal achten zu wollen und präsentieren ein nicht ganz unstrittiges, eher kantiges als rundes Werk. Eines das versucht dem Chaos Struktur überzustülpen.
8/10

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