Saturday, July 30, 2011

BLASTANUS - Collapse - Cd


Wenn eine Band mit so einem Wortspiel im Namen aufkreuzt, ist die Schublade schon vorkonstruiert. Dass dem aber nicht unbedingt so sein muss, haben die Finnen schon auf ihrem ersten Album bewiesen. Und daran wollen sie nun anknüpfen. Anstatt plakativer „Gedärm und nackte Dame untenrum- Grind“, erwartet uns feinster technischer Death / Grind im Fahrwasser von Bands wie CEPHALIC CARNAGE oder auch todesmetallisch wie CRYPTOPSY, eben nur mit progressiverer Note. Eines, das die Band sich in den Namen gehackt hat, setzen sie aber größtenteils um, beachtlich viele Stücke blasten in unbeschreiblicher Hektik. Von der Frickelei wollen die Jungs zudem nicht weg, warum auch, solange es die Struktur der Songs und mein Nervenkostüm nicht zu sehr belastet. Der Fokus liegt bei brutaler und gut ausgewogener Musik, nicht auf technischer Selbstüberschätzung. Wenn die wollten, könnten die uns mit Disharmonien zuschütten, tun sie aber nicht. Was mir gefällt ist, dass BLASTANUS verschieden Pfade benutzt um ans Ziel zu kommen und durchaus auch ungewöhnliche Stilmittel einsetzt. Pate dafür steht mit Sicherheit der titelgebende Track, der sicher aufgrund seiner „Andersartigkeit“ als letzter auf die Scheibe gepfropft wurde. Denn wenn das Gros des Albums mit zerrüttendem Dauerfeuer, oder auch Metalcore – lastigen Anteilen für schweißtreibende Bewegungsfreude sorgt, schließt „Collapse“ ganz unerwartet ab. Es beginnt mit einem leisen Bass, und setzt sich auf instrumentaler Ebene melodisch fort um dann plötzlich von einem beinahe romantischen Saxophonsolo zerstückelt zu werden. Ich komme mir plötzlich vor wie in „Lethal Weapon“, bevor Mel Gibson wieder irgendeinen Quatsch vom Stapel lässt. Danach setzt ein völliger Bruch ein, es wird enorm progressiv mit kaum greifbaren Tempowechseln, von absoluter Dissonanz bis hin zu langsamen verspielten Seiten einer Band, die so nicht vorauszuahnen waren. Dabei wirkt das Blasinstrument angenehm schräg und ersetzt teilweise die Flitzefingergitarre. Somit verstoßen BLASTANUS gegen jegliche Norm konventioneller Kriegsführung und es funktioniert. Sogar länger als 6 Minuten, da wird es für allzu nüchterne Geister wahrscheinlich schwierig durchweg dranzubleiben. Wäre das komplette Album so geartet, wäre das aber mit Gewissheit schief gelaufen, so viel Toleranz darf man dem gemeinen Metalhead nicht zumuten. Aber hintendran als Gimmick, oder wohl eher um zu zeigen, wie anspruchsvoll, naschhaltig und völlig bescheuert Musik sein kann, passt das wie der nackte Arsch auf den vorgeheizten Eimer. Fest steht, dass BLASTANUS nicht von einem ersten guten Album zehren müssen, sondern auf gleichem Niveau nachlegen können. Dynamik, Songwriting mit komplexem und teilweise abstraktem Verständnis sowie dem nötigen technischen Knowhow waren dafür maßgebend. So steht die individuelle Aufnahmefähigkeit des einen oder anderen unvorsichtigen Konsumenten wohl wirklich vor einem Zusammenbruch. Den aber solltet ihr riskieren und euch das hier unbedingt mal antun! http://www.myspace.com/blastanus1
8/10

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