Tuesday, July 12, 2011

THE CLEANSING - Feeding The Inevitable - Cd / Deepsend Records


Als Shakespeare damals seinen Hamlet diesen profanen Satz „Sein oder Nichtsein“ sagen ließ, hatte er wohl keine Vorstellung, welche Auswirkungen das auf das Selbstwertgefühl des Dänenstaates haben würde. Seitdem bring das Stück Treibsand zwischen Ost-, und Nordsee regelmäßig große Erfindungen und helle Köpfe ins Erbe der Menschheit ein. Da hätten wir zum Beispiel Brigitte Nielsen, eine bemerkenswerte Kunstperson, die in ihrer Glanzzeit erfolgreich erfolgreiche Muskelberge auf´s Kreuz legte und heute noch eine komplette Kunststoffindustrie mit ihrer Ersatzteilbestellung am Tropf hält. Oder Niels Bohr, einer der Väter der Atomphysik, der dem Ami die Atombombe schenkte und damit bewiese, dass die Kernspaltung einen Planeten spalten kann. Dann lieber Lego, ist das nicht ein urdänisches Produkt, da rieselt so viel Plastgestein vom Fließband, dass sich damit die ganze zahlungswillige Kinderwelt zupflastern lässt. Ein echter Quantensprung und Hauptauftraggeber für Kinderärzte, da die beliebten Kleinteile leider nicht sperrig genug sind, um im den Schlünden der Rotzblasen zu verschwinden. Ob sich THE CLEANSING darüber Gedanken gemacht haben, als sie mit ihrem aktuellen Album zum Hausputz angesetzt haben, darf bezweifelt werden. Eigentlich spricht alles dagegen. Zum einen geht ihnen der Old School Gedanke, den viele dänische Death Metal Bands zu Recht bewahren, völlig ab und das Siegel des extra für den lokalen Lärmmarkte erfundenen „danish dynamite“ trifft auch kaum zu. THE CLEANSING orientieren sich mit Blast und progressivem Technikverständnis an transatlantischen Bands, von SUFFOCATION bis KRISIUN. Wahrheitsgemäß muss ich aber zugeben, dass mir ihr Debüt „Poisened Legacy“ vor gerade mal 2 Jahren mehr gegeben hat, als der Nachfolger. Offensichtlich kränkeln auch THE CLEANSING nicht wenig am Fluch der ersten Scheibe, so wie es vielen geht, und sind trotz aller Fingerfertigkeit nicht in der Lage, das Ding zu toppen. Was bleibt ist eine anspruchsvolle Rinde mit einigermaßen kompositorischer Dichte und angemessenem Amisound, ein Wechselspiel aus haltloser Prügelei und Midtempo. Ich hatte den großen Knall erwartet, bekommen habe ich ein etwas verstörendes Scheppern. Nationalbewusstsein hin oder her, der Ausbruch hat THE CLEANSING eine Zeit lang ganz gut getan, der Alltag einer semibekannten Death Metal Band hat sie aber wieder eingeholt. Vielleicht hilft das aber auch, die etwas verloren gegangene Kreativität aus dem Genpool bleierner Todessuppe erneut herauszufischen. Ich bleibe voller Hoffnung. Mit dem vorhandenen Know-how der Band bedarf es nur eines kühlen Kopfes und der gewissen Portion Weitblick. „Feeding The Inevitable“ bleibt trotzdem empfehlenswert, wenn auch nicht so uneingeschränkt wie ich es gern getan hätte.
6/10

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