Monday, July 11, 2011

DEATH STRIKE - Fuckin´Death - Cd Re – Release / Dark Descent Records


Beim ziegenbeinigen Erlöser, was hier gerade rumpelt ist ein wahres Fossil des Death Metal, etwas das bei der Geburt der Szene dem dreckigen und blutigen, damals so unangepassten Bastard auf die Welt geholfen hat. Speckmann plärrt hier eine Scheibe lang rohe Musik zusammen, die schon vor MASTERs´ legendärem Debüt hätte erscheinen sollen, aber in den Wirren der Zeit, in der blinden und noch wenig zielorientierten Aufbruchsstimmung beinahe ins Vergessen gestampft wurde. So ist den Songs der Status des unantastbaren Klassikers verwehrt geblieben und haben irgendwann Aufnahme in das MASTER Konzept gefunden. Jetzt ist es wieder da, das Geschrei nach „Fuckin´ Death“. Was seinerzeit, als der Cro Magnon Mensch mit der Keule seinem Weib alle sportlichen Ambitionen außerhalb der Höhle ausgetrieben hat, richtungsweisend werden sollte, wirkt heute fehl am Platzt. Die Mühlen der Zeit haben DEATH STRIKE zu Marginalien jenseits einer unüberschaubaren Bandflut zerschnipselt. Lediglich die wehmütige Erinnerung an eine untergegangene Epoche vermag es noch, dem einen oder anderen eine Träne aus dem Knopfloch zu locken. Einstmals ein Novum und der Gral für eine handvoll Pioniere, hat sich heuer die meterdicke Staubschicht der Belanglosigkeit einen Ruheplatz auf dem Album gesucht. Ich will ja nicht an einem möglichen Kultobjekt rütteln, oder ihm die Verehrung aberkennen, aber ob es nun ein Re - Release gegeben hätte oder der Dalai Lama mit dem Rad zu Arbeit fährt, spielt doch überhaupt keine Rolle. Tatsache ist, dass die Musik selten primitiv ist, damals schon war und zukünftig auch niemand daran zweifeln wird. DEATH STRIKE unterscheidet sich kaum von alten MASTER Geschichten, was wohl auch mit dafür gesorgt hat, dass die Band keine Chance auf ein eigenständiges Leben hatte, das MASTER Album war eben zuerst da und damit war wohl das Urteil gefällt. Wie gesagt, musikalisch, aber auch textlich gibt es da wenig Differenzen, Speckmann war schon immer ein kritischer Beobachter, also ist es auch völlig belanglos, das DEATH STRIKE damals verpufft sind. Und ob das einzige Album der Band nach nun 20 Jahren noch mal erscheint, dürfte nur wenige interessieren, es kam ja schon, wenn man es genau betrachtet, 1991 viel zu spät. Fertig waren die Aufnahmen schon um einiges eher, aber die Story ist mir jetzt zu kompliziert. Vielleicht wäre Paule damals energischer dran geblieben, hätte er gewusst, dass Death Metal mal ein richtiges Geschäft (vor dem Internetklau) und beinahe salonfähig wird. Aber bitte, ich werde niemanden abhalten sich das olle Gedepper in die Anlage zu wuchten, mit Erwerb des plastelinen Staubfängers bekommt ihr das 85er Demo noch hinten dran. Proberaumrauschen auf 4 Spuren, das ist der wahre Klassiker!

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