Thursday, July 14, 2011

DEATH TOLL 80 K - Harsh Realities - Cd / FDA Rekotz


Kennt ihr das Gefühl, das Wile E. Coyote jedes Mal beschleicht, wenn er eine Dummheit gemacht hat, und wieder mal über den Felsvorsprung hinaus geschossen ist? Dieser Moment in dem die Zeit eingefroren scheint, und er mit dem rechten Fuß im luftleeren Raum tastet. Der Moment in dem sich die Erkenntnis ausbreitet, gerade etwas unwiderruflich Idiotisches getan zu haben und zu wissen, dass die Gesetzte der Schwerkraft unmittelbar einsetzen werden. Das ist doch pure Angst und Panik, oder? Dieser Moment gehört ganz euch, genießt ihn, denn alles danach gehört DEATH TOLL 80 K! Erst jetzt verschafft sich das wahre Entsetzen Raum, wenn ihr nämlich mit beklemmender Gewissheit und kehligem Kreischen der Fallgeschwindigkeit ausgeliefert seid und es dem unausweichlichen Ende zugeht. Pures Adrenalin und blindwütiger Temporausch der alle vorstellbaren Radarfallen zum platzen bringt. Nicht dass ihr euch darum noch Sorgen machen müsstet, hinterher gibt es so wie so niemanden mehr, der eure Rechnungen bezahlt. DEATH TOLL 80 K fühlt sich vergleichsweise so an (vermutlich), als würde ein allzu gutgläubiger Pazifist seinen Kopf in einen verzinkten Wassereimer stecken und zwei bezahlte Anabolikaprobanden dreschen mit Baseballschlägern in wechselndem Rhythmus und mit all ihrer zur Verfügung stehenden Muskelmasse auf die Glocke ein. Das muss Schmerzen auslösen die sich ihren Weg bis in die, je nach Lebenserfahrung von der Schwerkraft beeinflussten Kronjuwelen ziehen. Wenn ihr krank genug seid, das ertragen zu wollen und das Leben euch bereits alle positiven Seiten weggesoffen hat, die Tage sich scheinbar nur im Kreise kapitalistischer Tretmühlen bewegen, und ihr so viel Aggressionen aufgestaut habt, dass ihr damit mehrere Frauenhäuser füllen könntet (was ihr nicht tut, wehe!), dann zieht euch „Harsh Realities“ rein, lasst euren Alltag noch mal Revue passieren und erkennt, dass andere noch viel kaputter sind als ihr. Nach 23 kurzen Nummern wird euer Weltbild zwar nicht unbedingt begradigt, aber ihr habt die ultimative Erfahrung hinter euch, dass Grindcore mehr als 3 Akkorde bedeutet, und das allein ist für manch einen ein größerer mentaler Quantensprung als zu wissen, dass das Bier vom Aldi Scheiße ist. DEATH TOLL 80 K ist wie eine Planierraupe mit Raketenantrieb und der Geräuschkulisse eines Flugzeugcrashs. Gaspedal durchs Bodenblech und Riffgewitter mit Unwetterwarnung. Ich sag´s euch, wenn eine Band aus Finnland Grindcore verzapft, dem Land mit der undenkbar höchsten Alkoholikerrate Europas, dann haben die sicher eine entsetzliche Kindheit in Tristes und Gewalt hinter sich und daran lassen sie euch teilhaben. Kniet nieder und senkt das Haupt vor der Axt des gnadenlosen Kopfabgebretters, ganz im Sinne von ROTTEN SOUND, INSECT WARFARE und vielleicht auch so ein bisschen NASUM.
8/10

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