Friday, July 15, 2011

DENIAL FIEND - Horror Holocaust - Cd / Ibex Moon Records


Unter welcher Prämisse ist diese Cd denn wohl zu betrachten? „Denn sie wissen nicht was sie tun?“,“Je oller je doller“, „Aufstand der alten Säcke?“, „ Wehe wenn sie losgelassen?“? Ohne viel Rechnerei dürfte klar sein, dass alle Musiker dieses All Star Projektes das 50. Wiegenfest im Fokus haben. Was also wollen sie noch beweisen, was sie in ihren vorherigen Bands nicht schon getan haben, wozu all dieser Stress? Waren/ sind denn Erfolge mit D.R.I., THE ACCÜSED, OBITUARY, MASSACRE, SIX FEED UNDER und DEATH nicht legendär genug, wie und warum sollte jemand so etwas toppen sollen? Wenn das Auswirkungen einer Midlifecrisis sind, dann sollten sich ganz andere Leute berechtigte Sorgen machen. Was kann man mit Mitte 40 schon, was einem 20jährigen nicht viel unbeschwerter von der Leber gleitet. Es sollte sich eher die Frage stellen, was man nicht mehr kann! 100 Meter in Bestzeit, das war einmal, 90 Minuten Fußball auf dem Hartplatz ohne Sauerstoffgerät sind illusorisch. 2 Schachtel Kippen verdampfen und saufen bis das Bett sich von selbst dreht und dann morgens um 5 Uhr wie ein junger Gott aufstehen, ich lach mich kaputt. Es geht einfach nicht mehr, die Haare auf dem Rücken, die höher werdende Stirn, den länger werdenden Sack und die Hämorrhoiden zu ignorieren! Was bleibt, ist das was den ergrauenden Revoluzzer als jungen Burschen angetrieben hat und zu dem gemacht hat, was er heute ist, auch wenn die Autobahnen der Zeit mitunter ein höheres Reisetempo anschlagen, als man persönlich bereit ist mitzugehen. Bei DENIAL FIEND ist das ganz einfach der Metal Virus, den sie als Pioniere in der Welt verbreitet haben und von diesem Status abzutreten, sie sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wehren. Vor diesem Hintergrund entflammen sie einen carcasstischen Flächenbrand wie er von Bands wie EXHUMED, IMPETIGO oder Maniac Neil ´s kongenialen BLOODFREAK ´verehrt wird. Breite eingängige Riffs, simple Strukturen und gefällige Melodien, die 4 Geriatriebewerber sind sich für nichts zu schade, mischen ihre gemeinsamen Erfahrungen zusammen und kippen einen Topf voller heißen Öles über die Festungsmauer. Sehr zur Freude der tobenden Krieger selbstverständlich. Lediglich der Gesang ist dann doch etwas gewöhnungsbedürftig, klingt nach dunkelsten IMPETIGO Zeiten und wirkt das akustische Bild einer überfahrenen Krötenwanderung. Es bedarf etwas (mehr) Zeit um sich daran zu gewöhnen, aber dann steht dem Rübe aus der Fassung schrauben nichts mehr im Weg. DENIAL FIEND vertreiben den Horror ihrer Jugend wie Dealer auf Bewährung ohne Angst irgendwas zu verpassen, da sie schon alles erlebt haben. Auf diese Weise lässt sich die geschliffene Axt unbeschwert schwingen, solange Blutvergießen noch Spaß macht und die Schreie der Opfer der größte Lohn sind. DENIAL FIEND spielen außer Konkurrenz, da es niemanden gibt, dem sie noch was beweisen müssten, und diese verdiente Blauäugigkeit sollte euch ein paar Euronen aus eurer Börse wert sein.
8/10

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