Sunday, July 3, 2011

ICON IN ME - Head Break Solution - Cd / Goomba Music


ICON IN ME kommt mir eher vor wie ein retortenfähiges Puzzle, denn eine homogene Band. Zumindest in Anbetracht dessen, welcherorts die Musiker im Einzelnen schon überall gespielt haben. Aber schauen wir lieber auf das Ergebnis, als uns in Pseudonostalgie zu verlieren … wozu auch gar kein Grund besteht. Um es kurz zu machen, könnte ich einen Namedropingkontest vom Zaun brechen; SLIPKNOT, SOULFLY, FIVE FINGER DEATH PUNCH, DISTURBED, DEVIL DRIVER, FEAR FACTORY, PRO PAIN … Fest steht, dass die Band auf ihrem nunmehr 2. Album gar nichts anbrennen lässt, überhaupt nicht auf die Idee kommt, das Risiko zu suchen und ihre Inspirationsquellen nicht im Ansatz zu verstecken sucht. Das Unvermögen selbst nach Grundwaser zu bohren, anstatt fremde Brunnen zu plündern machen sie aber ganz anständig mit einem dicken Spielriemen wett. Hart und produktiv wie der Schwengel eines potenten Zuchtebers! Die können ihre Instrumente schon niveauvoll malträtieren und haben einiges an szenetauglichem Songwriting in der Hinterhand. Da werden dann Stilelemente aus Metalcore, Hardcore, Thrash Metal und Melodic Death Metal zusammengekloppt und dem Konglomerat noch eine pseudokritische Botschaft angepappt, und fertig ist ein Album, das gefallen wird aber auch so gar nichts innovatives auf der Ladeklappe transportiert. Ihr solltet euch auf satte Riffs und Hardcoreshouts einstellen, aber auch auf zu erwartende cleane Vocals und halbballadeske Melancholie aus Komsomolsestan. Zweiteres kann alt eingesessene Frontschweine schon ganz schön strapazieren, aber auch der Mädchenbrigade die eine oder andere Träne aus dem Knopfloch drücken. „Un Slaved“ zum Beispiel ist ein so überflüssiger Stimmungskiller, dass jeder Emoanwärter sich beflissen fühlt Papis Rasiermesser zu schleifen. Andere Stücke wie „Nuclear Drama“ hingegen punkten mit nicht ungewöhnlicher aber angemessener melodischer Hardcoreattitüde nebst zähnefletschender Aggression, und transportieren die Lyriks so viel glaubwürdiger als wenn es nur melodramatisches Geheule gäbe. Allerdings bleibt auch dieser Song bei seinem Chorus nicht ganz davon verschont. ICON IN ME opfern die durchaus vorhandene Härte und Zielstrebigkeit des Albums zugunsten eines etwas zwanghaft wirkenden, auf Stimmigkeit getrimmten Gesamtbildes. „Head Break Solution“ wird nicht wenige zu begeistern wissen, wer die Sache aber etwas kritischer betrachtet, wird auch so einige lose Fäden finden. Rein qualitativ gibt es jedoch kaum was auszusetzen, die wollten ihr Album genau so wie es ist und basta. Dass der Wiedererkennungswert eine sehr vage Variable hinter dem Geschmackshorizont ist, haben sie sich und ihrem eigenen Musikgeschmack zuzuschreiben. Weil mir aber öfters auch zum heulen zu Mute ist, vollstrecke ich eine moderate Punktewertung!
7/10

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