Monday, July 25, 2011

INFERNAL HATE - Abicen Abora - Cd / Hecatombe Records


“Volcanic Death Metal“ ist das bandinterne Trademark und ich muss sagen, mancher Vulkan musste schon schlimmeres über sich ergehen lassen! Die Kanaren brennen, Feuerstürme verwüsten das Urlaubsparadies, das spanische Mutterland verliert seine Enklave an die Hölle. So zumindest hätte die Band ihre Musik bestimmt gern gewertet, irgendwas Brachiales sollte sie schon auslösen auf dem heimischen Eiland. Die Fahne der Realität weht aber doch in eine andere Richtung, wahrscheinlich hängt sie sogar häufiger schlapp vom Mast. INFERNAL HATE drehen sich mit jeder neuen Veröffentlichung um ihr passables Debüt von 2003 wie der Mond um die Erde, stecken im eigenen Kreativkarussell fest. Death Metal ja, nur der richtige Knall ist noch nicht erklungen. Und so ist auch „Abcien Abora“ wieder ein vertretbares aber beileibe kein großartiges Album geworden. Die vielen Blastparts kommen dabei noch um einiges besser weg, gedrosselte Stilvariationen hindern eher den Fußpilz am wachsen. Das ist wie Kaffee und Kuchen bei der Sonntagsoma anstatt Steak medium in der Fußballkneipe. Selbst der Versuch groovige Elemente mittendrin zu verpacken, geht nach hinten los. Das liegt zumeist daran, dass sich das musikalische Thema eines Songs in ständigen Wiederholungen müde rennt und einige Stücke auf ein Mindestmaß an Einsatz reduziert. So löblich die orientalische Note in „Volcanic Storm“ zum Beispiel sein mag, weil vielleicht die Leadgitarre und ihr Bierbauchtanz schnell im Ohr bleiben, passiert über die gesamte Spielzeit der Nummer doch reichlich wenig und das anfängliche Aufflackern gesteigerter Erwartungen verglimmt schnell wieder. Am Hörer verraucht! Dann erwische ich mich schon dabei, dass das Album nur noch an meinem Aufmerksamkeitshorizont schimmert, und das ist wohl kein gutes Zeichen. Schön, dass mich dann Vollgasattacken wieder wachrütteln und ich zumindest vom Sound überzeugt sein darf. Blast steht der Band, alles andere wirkt hingegen mühselig und kleinlich bis verkrampft. Vereinzelt jedoch bricht auch unerwartetes durch, so zum Beispiel ein mit Fantasie an Sepultura erinnerndes kurzes Schlagzeugsolo aus ihrer Indianisierungsphase. Oder auch das abschließende Cover von Bloods´ “Demons Call“ hat mich einigermaßen überrascht, da die musikalische Ausrichtung der Band denkbar wenig mit dem „Gott ist tot!“ aus Speyer zu tun hat. INFERNAL HATE orientieren sich wie immer an alten Helden von Cannibal Corpse bis weiß der Kuckuck, auf keinen Fall aber an germanischem Simplicissimus. Abschließend muss ich wohl sagen, ein Album wie dieses braucht keiner, weder im Regal noch auf dem digitalen Datenspeicher. Seinen Besitz müsst ihr aber auch nicht fürchten, das tut keinem was.
5/10

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