Wednesday, July 20, 2011

REIGN OF VENGEANCE - Disemboweling Swine - Cd / Brain Damage Music


Das Infoblatt klang nach typischer amerikanischer Überheblichkeit, präsentierte ein überstudiertes und Grenzkriegerfahrenes Musikerensemble aus „Söldnern verschiedener namhafter, anspruchsvoller Stemmeisencombos. Darauf gebe ich einen alten Arsch, denn so was endet nicht selten als Rechtfertigung für den letzten Seufzer und ist kurzlebiger als eine Sandburg bei Belagerung durch Adipositas in roten Badeanzügen. Musik überzeugt mehr als Lametta am Revers! Na ja, und das tun REIGN OF VENGEANCE auch in Echtzeit, hexen technischen Death Metal aus dem Zauberkessel interner Talente, lassen funkensprühende Gitarrenläufe von der Kette, arbeiten mit nicht ungewöhnlichen Tempowechseln und progressiven Breaks, lassen aber auch genau so jazzige Bässe erklingen und die Leadgitarre irgendwie unschöne Melodien fabrizieren. Das musikalische Angebot in der All Star Auslage variiert angenehm und beweist wohl das breite Musikverständnis der Protagonisten. Und trotzdem macht das Album einen kalten, künstlichen, nicht vollends überzeugenden Eindruck. Mit all den Talenten und Erfahrungen aus den verschiedensten Winkeln hardmetallischer Kommunen sollte man aber auch nicht wirklich was durchweg Flüssiges voraussetzen, da drängt sich der Gedanke einer zu sehr gewollten Konstruktion auf. Ich lass jetzt mal den Miezepeter aus der Jutetüte, hier bespaßen uns Talente die bei CEPHALIC CARNAGE, JOB FOR A COWBOY, REBIRTH und DECREPIT BIRTH (unter anderem) mitspielten oder auch noch tun, wer weiß das schon so genau. Welch Geistes Kind das Album dann geworden ist, steht wohl außer Frage. Es funktioniert aber trotz Bedenken mehr als passabel, und nicht nur auf diesem Sektor sondern tendiert mit Macht in Richtung brutale Kleinholzmanufaktur. Mit Groove hat „Disemboweling Swine“ wenig am „Wildcats“ Cap, außer dem Rausschmeißer „It Shouldn´t Have Been Found…“, dafür mit auf Komplexität getrimmtem Songwriting, mit einer Mischung aus fingerknöchelverschleißendem US Death Metal und moderneren Einflüssen. Schlussendlich hebt der nicht zu leugnende Dauerbeschuss eines Jahre währenden Spielriemens das Baby des Vierers aus Arizona ein gutes Stück aus der Masse ähnlich gearteter Ergüsse heraus, und festigt diesbezüglich die Hackordnung. Positiv anzumerken ist, dass das hier kein Egotrip zu sein scheint und die Musiker sich zu Gunsten des Gesamtbildes in ihrem Spiel zurücknehmen. Ohne Versteckspiel natürlich, sonst hätte es wohl nicht funktioniert. Also REIGN OF VENGEANCE verlassen sich auf das was sie können, brechen nicht wirklich aus ihrer Spur aus, trauen sich jedoch auch bei Gegenverkehr zu überholen. Erwartet eine Mischung aus besagten Bands und anderen Größen wie SUFFOCATION und ähnliches, und ihr bekommt damit zwar nicht den ultimativen Burner aber zumindest preisgehobene Regalware in Augenhöhe, für den anspruchsvollen Konsumenten!
7/10

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