Tuesday, July 26, 2011

S.C.A.T. - Apopatophobia - Cd / Coyote Records


S.C.A.T. sind militante Verfechter des GUTschen ROMPEPROPismus, sind also genau so anspruchsvoll wie Rukolasalat nahrhaft. Und genau deshalb funktioniert die kleine russische Brigade auch, verbreitet Spaß, nennen sich selbst russische Killertomaten und tragen (vielleicht in Ermanglung des nötigen Kleingeldes für aufwendige Kostümierung) rote Strumpfhosen auf dem Kopf. Das würde ich an deren Stelle aber auch machen, wenn ich mich mit ausgeartetem Lärm so vehement gegen die Kulturrevolution stemme, in Anbetracht der gelebten Demokratie von Mütterchen Russland. Die pfählen jeglichen Anspruch zugunsten billiger Unterhaltung auf zugespitzte, mit frischen Batterien bestückte Kampfvibratoren, hämmern 3 Akkorde im Polkarhythmus durchs dunkle Hinterstübchen und predigen der Gemeinde verbalen Fasching. Eigentlich alles Grütze, wenn es denn nicht so locker lustig hüpfen würde. S.C.A.T. sind ein dicker Happen für vom Goregrind geschädigte Fetischisten jeder Art, Langzeitkinderzimmermieter, nekrophile Blumenbinder, Morbus Chron Fanatiker, Bahnhofsklosexsüchtige, Puppenmörder, Überalleslacher, Intelligenzallergiker, oder kurz für alle, die debile Grenzerfahrungen im Nachmittagsfernsehen für Beweise der darwinschen Evolutionstheorie halten. Bei diesem westrussischen Geschmackserguss ist lediglich feiern angesagt, also lasst euch euer Resthirn zu Blumenkohl verkochen, füllt mit handwarmen Wodka auf und schwingt die lahmen Hufe im Takt der Kettensäge! Der Zirkus ist in der Stadt und will euch in der Manege enthaupten, der Chef De Cirque moderiert mit Pitshifter, es gibt eine spektakuläre Schweinedressur von Weltklasse, Messerwerfer üben zielsicheres Genitalpiercing, die Raubtiernummer wird zum blutigen Intermezzo und die Clowns verstecken abgesägte Schrotflinten unter ihren weiten Kostümen. Nur für den Fall, dass der Applaus ausbleibt, wenn die Hochseilakrobaten sich der Schwerkraft ergeben. Und dazu rumpelt die Kapelle auf der Empore mit breitem Grinsen neuronenvernichtende, knochenbrechende, geschmacklose, sexistische und gewaltverherrlichende Hintergrundmusik, die Publikum und Artisten zu triebgesteuerter Raserei verleitet. Was soll´s , lasst den Mist einfach rollen, der billige Rhythmus ist so wie so ungemein ansteckend, da helfen weder Pillen noch Wachs in den Ohren. Wenn ihr mit den zu Anfang erwähnten Bands beim Frühstück sitzt, Songs über Eierdiebe, Omas Umschnalldildo und Schwanz – Zellulitis (muss ein russisches Phänomen sein) euren kulturellen Anspruch befriedigen, dann gehört auch dieses Album in die Kollektion eurer ganz persönlichen Verfehlungen. Mit der Punktewertung schieß ich jetzt einfach mal ins Blaue, weil es mir so gefällt!
7/10

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