Tuesday, July 19, 2011

UNDEAD CREEP - The Ever Burning Torch - Cd/ Dark Descent Records


Im Zuge der um sich greifenden weltweiten Schuldenkrise ist nun auch der Italiener zum Handeln gezwungen. Das Sparpaket ist geschnürt und beinhaltet unkonventionelle Lösungsansätze. So verscherbelt Silvio gegen gutes Geld (für eine steuerfreundliche Bunga – Bunga Finanzierung) Sizilien an Karl Gustav von Schweden. Der gewitzte Italiener wird damit 2 Probleme tilgen, er muss den verarmten Süden und seinen blöden Vulkan nicht mehr durchfüttern und er wird den Kern von La Familia los. Der Schwede hingegen glaubt an einen Mittelmeerzugang und mediterranen Tourismus, kann Westeuropa mit Sirupbrot und Gammelfisch in die kulturelle Zange nehmen. Positiver Nebeneffekt ist, dass der gemeine Sizilianer sich von der schwedischen Lebensart anstecken, und sich von dessen subkulturellen Auswüchsen infizieren lässt. Wie sonst wäre es zu erklären, dass eine Band wie UNDEAD CREEP ihre musikalische Rechtfertigung bei frühzeitlichen, skandinavischen Elchtod sucht? … Spekulativer Blödsinn, weiß ich doch, aber ihr solltet die Band erst mal hören. Tatsache ist, dass ich mich wie Marty McFly fühle, der gerade aus Doc Browns´ DeLorean fällt, sich 20 Jahre oder etwas mehr zurückversetzt fühlt und benommen durch Stockholm torkelt. UNDEAD CREEP verhehlen ihr Vorlieben erst gar nicht und steigen mit einem Stück ein (Immolated For Reincarnation), das deutlich und rotzfrech Bezug zu „Left Hand Path“, einem der wahren Klassiker nimmt. Die sizilianischen Neuschweden wissen das Alte zu schätzen und schwören selbst auf den Urschleim der Szene, NIRVANA 2002, CARNAGE und NIHILIST. Vielleicht sind sie auch nur ein Pantoffeltierchen, das im Strom der Retrowelle mitgetrieben wird, aber dann wenigstens eines, das sich zu Größerem berufen fühlt und nicht als Einzeller in der Suppe untergehen will. Sie versuchen sehr erfolgreich Musik und Sound so dicht wie möglich an die Originale zu legen und erzeugen damit authentische bis nostalgische Gänsehaut. Nachdem ich mir das Album so ein halbes Dutzend Mal intravenös geschossen habe, komme ich zu der Überzeugung, dass es eines der überzeugendsten des Jahres sein könnte und da sind mir Innovation und seine besoffenen Kumpels reichlich Rille! Worauf es mir ankommt ist, dass die Olivenzüchter vom Felsen in der Lage sind große Haufen zu scheißen! Und der purzelt der Band unüberhörbar und mit scheinbarer Leichtigkeit sonstwo raus. Ihre Art den Soundtrack einer ganzen Szene zu interpretieren klingt schon beinahe nach einem Statement, genauso wie der Albumtitel „The Ever Burning Torch“. Halbe Sachen können andere machen, die hier ticken präzise. Noch was, dass sie sich vom Schweden abgeguckt haben. Zum Teufel, holt euch eure Portion von diesem Kuchen, Globalisierung funktioniert im Metal besser als anderswo, der Scheiß ist ein rotzfrecher Raubzug und ein echtes Highlight!
9/10

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