Tuesday, August 9, 2011

AUTOPSY - Macabre Eternal - Cd / Peaceville


AUTOPSY stehen nach all den Jahren der Abwesenheit immer oder auch wieder da wo es einst endete. Mit welcher Erwartungshaltung geht man also an eine solche Réunion heran, was glaubt man eigentlich für das gesparte Kleingeld zu bekommen. AUTOPSY waren einst eine Band die mit stumpfen und blutverschmierten Werkzeugen an der Wiege des Death Metal geschnitzt haben, heute steht da plötzlich ein ganzes Bettenlager, ein auf Hochglanz und Ziselierschnörkel getrimmtes Federkernimperium und die holen wieder die alten Utensilien heraus. Kann das überhaupt funktionieren? Da verhält es sich doch wie mit vergänglichen femininen Schönheitsidealen, wo heute großer, künstlich ausgebauter Glockenturm und Beine bis in den Himmel das Maß aller männlichen Dinge sind, galt früher rund und drall als Fokus erektilen Geschehens. Welcher mediengesteuerte männliche Hetero guckt denn heuer noch nach Dicken. Als die Klassiker entstanden (wir sind wieder bei der Musik, für jene die es wollen), waren die Herren noch jung, heute wird das Haar lichter, kürzer und der Hamburgeräquator umfangreicher. Zwischen einst und nun liegen nicht wenige blutrote Mondphasen, können da am Ende noch die gleichen Inspirationen in die gleiche fruchtbare Furche rieseln? Oder werden sich nur die Fans aus grauer Vorzeit erheben um den Helden der minimalistischen Hirn und Nacken – Marter zu huldigen? Ich kann mir die selbstgestellte Frage gar nicht beantworten. Eines stelle ich aber fest, was mich damals umgehauen hat, mich zum Kauf limitierten Vinyls bewegt hat, berührt mich plötzlich gar nicht mehrt. Jedenfalls nicht mittig, ich finde das Album mit seinem doomigen Todesröcheln über weite Strecken sogar langweilig. Dabei musste ich feststellen, dass die schon immer so klangen, ich aber scheinbar einen anderen Zugang hatte. Der Promibonus verführt mich jedenfalls nicht dazu, hinter “Macabre Eternal“ einen tieferen Sinn zu suchen, die Musik irgendwie feinsinnig interpretieren zu wollen, da ist nicht mal ein Song drauf, der irgendwie bemerkenswert wäre. Und auch wenn sich die Presse lobhudelnd an den Eiern spielt, in meiner stark subjektivierten Sicht zeigt sich ein Album das nicht über ein vertretbares Maß an souveräner Mittelmäßigkeit hinaus reicht. Das liegt wohl nicht nur daran, dass die Szene AUTOPSY bei aller Heldenverehrung schon lange überholt hat, sondern dass auf der Cd so wenig Ungewöhnliches passiert. Ich will aber auch zugeben, dass wenn ich von der Gegenseite durch den Spiegel schaue, alles andere noch enttäuschender gewesen wäre, denn eine Änderung des Bandkonzeptes hätte AUTOPSY viel Glaubwürdigkeit gekostet. Die konnten gar nicht anders und stecken ungewollt und wahrscheinlich auch unbemerkt in einer Sackgasse. Den alten Fans wird das Albumgefallen, weil es nichts Neues gibt. So hätten wir das mit der Erwartungshaltung wenigstens geklärt. Im Westen nichts Neues!
6/10

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