Wednesday, August 10, 2011

AZARATH - Blasphemers´Maledictions - Cd / Witching Hour Prod.


Die Polen sind wieder los und es empfiehlt sich die Fenster zu schließen, Papiertüten über die Köpfe zu stülpen und den Mund zu öffnen. AZARATH rufen zum 5. Sturmlauf gegen das abendländische Bollwerk christlicher Traditionen. Der Gehörnte reitet voran und wenn wir Pech haben, überrollt uns ein Blitzkrieg. Ohne Quatsch, an gleichnamiger Tour haben sie neben VADER einst teilgenommen. So stellt sich doch die alles überlagernde Frage nach der eigenen Identität und der Bereitschaft sich selbst zu pervertieren. Warum gibt es polnische Satanisten, wo die doch ihrem Pabst den Boden geküsst haben, über den er mit seinem Diesel geknattert ist. Und warum Blitzkrieg?, gibt es da historischer Unstimmigkeiten? Niemand spielt so mit meinem fest geprägten Rollenverständnis menschlicher Geschichtsschreibung. Nun gut, wenigstens musikalisch ist auf AZARATH Verlass, da weiß ich was ich kriege, wenn ich die Tüte aufreiße. Drin gefangen ist teuflisch schneller, mit schwarzen Komparsen und ebenfalls MORBID ANGEL liebäugelnder Death Metal, der eine dicke grüne Spur von Hass und Aggression hinterlässt, wo sein Samen niedergeht. Das technische Niveau ist im positiven Sinne nicht diskussionswürdig, alles andere wäre nach 4 voran gegangenen Alben auch pure Zeitverschwendung gewesen. Der sich hinter dem Pseudonym Necrosodom versteckende Sänger und Gitarrist entringt seinen Stimmbänder recht fiese Töne. Das hinterlässt den Eindruck, er stände in direkter sexueller Abhängigkeit zu des Teufels Großmutter. Die wird ihm schöne Süppchen gekocht haben, die wir nun, gespickt mit seinen Ergüssen auszulöffeln haben. Aber ich will löblich sagen, die Alte hat eine gute Küche. Das Instrumentarium baut neben kriegerischer Hetzerei auch scheinbar leichtfüßig auf düstere Atmosphäre, untermauert so einen gerechtfertigten Anspruch auch nachts im Wald spazieren gehen zu dürfen. AZARATH erfüllt alle Klischees die von einer ziegenfußverehrenden Todesbleikapelle erwartet werden und machen es dem Fan angenehm einfach sich damit auseinander zu setzen. Der Teufel hat im Mondenschein seltsame Namen für die Musiker (teilweise) erdacht, sein Zepter kreist spürbar über der kompletten Produktion , die Gitarren erzeugen Töne die nur dieser Art von Heldenverehrung zuzuschreiben sind und in Punkto Geschwindigkeit ist niemand zu Kompromissen bereit. Satansblast! Einzig beim Cover kommt Bewegung ins Spiel, hatten wir es bisher nur mit schwarz / weißem Dämmonendarstellungen zu tun, steht das neue Artwork schon auf höherem künstlerischem Treppchen, aber vergleicht selbst. Mit „Blasphemers´Maledictions“ ist unsren östlichen EU Nachbarn ein weitere überzeugendes Album gelungen, es mangelt vielleicht etwas am Innovationsglauben, aber die Umsetzung des internen infernalen Plans zur Eroberung des dekadenten Himmelreiches machen das wieder wett. So dürft ihr euch auf ein dicht gestricktes Gespinst brutaler Töne einstellen, entstanden am Familienwebstuhl des Gehörnten!
8/10

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