Wednesday, August 3, 2011

BONES - Bones - Cd / Planet Metal


Knochentrockene Knochenbrecher, das ist es wofür BONES aus Chicago auf ihrem Debüt sprichwörtlich verantwortlich zeichnen. Das was das Trio hier vom Zaun bricht, entspricht dem was die lokale Szene seither zu Wege brachte und dockt nicht nur durch Zufall bei einer Band wie MASTER an. Da entsteht dann der typisch knarzige Sound mit seinen spröden Riffs, klassischen etwas stotternden Gitarrensolos und bollernden Drums. Eben wie Chicago Death Metal mit viel Begeisterung für MOTÖRHEAD und dreckigen Rock´n Roll. Gerade letzteres, gepaart mit punkigen Attributen sorgt für eine nicht zu verachtende crustige Note bei den 9 durchweg arschtretenden Nummern. So bleibt es auch nicht aus, auf MALIGNANT TUMOUR zu verweisen, die sich hier partiell wiederfinden. Bei BONES gibt es kein langes Fackeln, keine bescheuerte Katze die um den heißen Brei herumschleicht, kein Zögern und kein auf teuflische Atmosphäre getrimmtes Songwriting. BONES kommt ohne Umschweife auf den Punkt und rockt die Dielung morsch. Von einem Debüt erwartet man eigentlich nicht, dass es so abgebrüht klingt, den unvorbereiteten Zuhörer so kompromisslos verdrischt, aber das Trio hat auch schon anderenorts und nicht erst seit gestern Musik gemacht und zusammen gespielt. Die daraus entstandene Erfahrung ist auf diesem Album nun überdeutlich zu hören. Auch wenn es kaum überproduziert ist, einen großen Teil seines Reizes durch seinen stumpfen Sound bezieht, ist zu keiner Sekunde zu bezweifeln, dass hinter alle dem nicht Zufall oder Willkür sondern klar durchdachte Präzision stecken. An den Stellen, an denen es arg zu rumpeln scheint, da soll es das offensichtlich auch, dort wo ein Solo zu tief und etwas neben der Spur im Ohr bohrt, da ist das auch so beabsichtigt. Und wenn der Bass schlimmer knattert als ein Rasenmähermotor kurz vor Kolbenfresser, dann ist das einfach nur geil. So entstehen vielleicht keine neuen Klassiker, aber simpel gestrickte Ohrwürmer mit Kalkül. Das kann nur gefallen, ein Album das allerorts drückt und schiebt, die rohe Essenz des Metal aus geöffneten Venen verspritzt, schwere Bleigeschosse in großem Radius verschießt, das alltägliche Besäufnis zu einem Highlight macht, kann doch gar nicht daneben liegen. Also, BONES knallen uns einen blutigen Batzen Old School Todesverachtung in den Staub vor unsere Füßen und überlassen es uns, ob wir uns darin suhlen wollen, uns mit verdammtem Drecksrock abfüllen wollen, als wäre es purer, kalter Alkohol. Wer mit MASTER und Stadtgefolgschaft noch nie konnte, und eine liebliche Melodey tonnenschwerem Stahlgewitter vorzieht, der braucht das hier so dringend wie Hämorrhoiden in der Unterhose, ansonsten muss ich ein solches Album uneingeschränkt empfehlen, denn es enthält viel zu viele Mörderiffs, an denen ich nicht vorbeigehen kann ohne schlimme Gedanken zu kriegen!
9/10

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