Monday, August 8, 2011

CRYPT INFECTION - Haruspication - Ep


Brutales, technisches Sperrfeuer, das ist der flüssige Kern von CRYPT INFECTION, einer der genug Hitze abstrahlt um erkalteten Wüstensand zu Glas zu schmelzen. Na ja, das ist bestimmt etwas zu dick, fest steht aber, dass die Amis vor der eigenen Tür einen strammen Besen führen und eine Bereicherung für die lokale Szene sind. Markige Growls, satte Riffs, saubere Kopfschmerzsolis, flotte Marschgeschwindigkeit und passende Arrangements, hier kommt alles zusammen was das Herz des gehobenen Meuchelmörders benötigt, um gebrochen zu werden. Während der zum Teil melodischen kurzen Solos wird das Tempo etwas gedrosselt, ansonsten schlägt der Fahrtwind ungebremst ins Gesicht. Was besonders auffällt ist das nahezu perfekt getimte Zusammenspiel der Musiker, wenn sich eine Wand aus Saiteninstrumenten aufbaut, dann wird die von hinten durch massives Druming verstärkt und oben drüber artikuliert sich ein Sänger mit einer kernigen Stimme, die wie ein rostiges Schwert durch eine schwelende Wunde fährt. CRYPT INFECTION bewegen sich ganz in der Tradition von Bands wie BLASPHEMER und PATHOLOGY, mit der gewissen Note an nötigem Groove und das Hamsterrad am Laufen zu halten Damit setzen sie ich erfreulich weit von Slam und Co´s Eintönigkeit ab, nehmen lediglich das mit was sie denken gebrauchen zu können, filetieren lieber den heimischen Markt und picken sich für das eigene Kochstudio nur die Filetspitzen heraus. Das ergibt dann Riff die eine Tonne in die Höher wiegen und technische Bausteine die das Konstrukt aus Breaks, Schlangenlinien und traditionellem US Death Metal stützen. Das verhindert auch, dass sich auf der Ep Totalausfälle breit machen oder irgendetwas in Belanglosigkeit abdriftet. Vielleicht ist es hier und da etwas zu überfrachtet, wie zum Beispiel bei „Imprisonment“ wo sich plötzlich ein mainstreamverdächtiges übermelodisches Solo einschleicht das in seiner Kürze keine Angst macht, aber auch einer True Metal Band stehen würde. Nur dass die das dann aufgepumpt hätten wie der Geburtstagsclown seine beschissenen Luftballons. Bei genauerem Hinhören findet der aufmerksame Feldforscher sogar klassische Elemente vom alten Kontinent. CRYPT INFECTION stehen also nicht auf geradlinige Musik, vermeiden Langeweile und vernachlässigen doch die Eingängigkeit nicht, so dass der Konsument sich schauerlich wohl fühlen darf. Ich kann mir zwar kaum vorstellen, dass der Band etwas wirklich nachhaltiges gelungen ist, allein schon weil die Szene generell nicht mehr zu überschauen ist und man zumindest einen Pornostar auf der Bühne nackt vierteilen muss um im Gespräch zu bleiben, aber verdient hätten die 5 Jungs aus Kalifornien es ohne Zweifel. Wer mit so tödlicher und zielgerichteter Präzision der mitternächtlichen Folterkammer entsteigt wie Cenobiten auf der Such nach dem Vergnügen im Schmerz fehlgeleiteter Sünder, der sollte auch länger an der Streckbank verweilen dürfen. http://www.reverbnation.com/cryptinfection
8/10

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