Sunday, August 28, 2011

GOREGAST - Desechos Humanos - Cd / FDA Rekotz



So oft wie ich „Desechos Humanos“ bisher gehört habe (kreiselt seit Monaten durch diverse Geräte mit Ziel Innerer Cortex, danke an Rico für die Vorabversion), so viele Worte habe ich mir für ein Review auch zusammengelegt. Allerdings auch wieder verworfen, denn tatsächlich lässt so ein Album die Ureinwohner nach rücksichtsloser Konquistadorenmasche sabbernd und sprachlos in ihren Rundhütten zurück. Fest steht nur eines, wer sich freiwillig für feisten Todesbleigrind unters Messer legt, wer seinen Wintergarten mit leichtfüßigen und trotzdem brutalen Töne berieselt um Tomaten zu B – Film – reifen Mördern zu machen, wer den Sound einer skandinavische Killingzone genau so erregend findet wie das Schrapnellgeprassel einer britischen Kriegsmaschine und zudem nicht auf Grind verzichten kann, dem gehört der Trost von „Desechos Humanos“ jetzt schon. Ohne Anbiederei muss wohl festgehalten werden, dass ihr euch mit dem Erwerb eines von UNO Sanktionen bedrohten Mordinstrumentes einem gnadenlosen Sperrfeuer aussetzt, lasst euch von mir warnen, die Band tut das nicht. Das wirklich Gefährliche daran ist, dass die Songs sich häufig so beschwingt und spaßig vor seinen Opfern aufbauen, jegliche Bedenken beiseite kehren, die vermeintliche Einladung für die Party des Jahres auf den Lippen haben. Und dann, wenn Vorsicht und Aufmerksamkeit den Vorfreuden einer locker lustigen halben Stunde weichen wollen, stoßen sie erbarmungslos zu. Hinterhältige kleine Scheißer. Aber mal ehrlich, GOREGAST sind Unterhaltung auf hohem Niveau und gehören in eine bleihaltige Bundesliga. Schon allein deshalb, weil fast jeder Schuss das Tor, jeder Pass seinen Partner und die rote Karte keine Verwendung findet. Und so zieht die Karawane weiter, hinterlässt verbrannte Erde auf ausgeweidetem Terrain, sorgt mit rigorosen und einprägsamen Methoden für Nachhaltigkeit, ja wirft sogar schon seine Schatten voraus. Ganze Landstriche werden in Bälde entvölkert sein (metaphorisch … was sonst), und die Posaunen von Jericho werden sich wie das Blockflötenspiel von Vorschülern anhören, wenn GOREGAST ihr 3. Album endlich von der Kette lassen. Ich muss dem Teil hier einfach den Arsch küssen, da es mich angenehm schmerzhaft in die Ecke gepresst hat und ich vor seinem Unterhaltungswert und seiner Funktionalität in den Staub falle. Das schon zu Beginn, als der Sound imaginäre Leichenfinger ertönt, die sich durch vernebelte Friedhofserde wühlen. Creepy Stimmung, als Opener nicht besser zu platzieren. Dem folgen weitere scharf geschossene Projektile, die zwar nicht diesen subtilen Eindruck der ersten Minute hinterlassen, dafür aber mit perfide geschränkten Sägezähnen an Nackenwirbeln knabbern. Subjektive Leidensfähigkeit hat noch nie so viel Vergnügen bereitet! Wenn es denn 2011 noch ein wirkliches Highlight im teutonischen Krawallforst geben soll, dann muss es erst mal an „Desechos Humanos“ vorbei.
9/10

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