Thursday, August 11, 2011

GROG - Scooping The Cranial Insides - Cd / Murder Records


GROG existieren seit über 20 Jahren, aber über eben jenes Existieren sind sie nie hinaus gekommen. Das letzte komplette Album liegt schon geschlagene 10 Jahre zurück, es ist jedoch einem Mysterium gleich, dass jedes Mal wenn ich die Band beinahe aus meinem Radar verloren hätte, die wieder mitten durch die grüne Anzeige kreuzen. Ich bin zugegebenermaßen etwas behaftet, weil GROG eine der ersten Bands waren, mit denen ich ein Interview geführt habe. Damals habe ich noch an sie geglaubt, dann schien mir deren Enthusiasmus in den Weiten des Raumes verpufft. Nun ja, und jetzt klopfen sie wieder an, oder soll ich sagen auf den Busch. So zumindest steigt das Intro in das Album ein, mit wütendem Getrommel und Maori – Balzrufen aus der grünen Pazifikhölle. Den Sinn dahinter habe ich noch nicht ausmachen können, wahrscheinlich ist es nur eine freundliche Einladung sich von den folgenden Songs den Schädel einschlagen zu lassen. Dazu sind sie durchaus geeignet, beschäftigen GROG sich doch mit überaus flotten, mehrstimmigen und gewachsenem Death Metal. Gore und Spaß dürfen nicht fehlen und bei aller musikalischer Standhaftigkeit steht wohl doch der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund. Etwas, das GROG glücklicherweise nicht zu einer Party Band mutieren lässt, die Musik mach lediglich einen kurzweiligen und beinahe entspannten Eindruck, als hätten die Brüder sich die Sonne auf die Plauze brennen lassen, als sie das hier aufgenommen haben. Dass es wahrscheinlich anstrengende Arbeit war, ist dem Album nicht anzuhören. GROG tummeln sich vorzugsweise auf dem brutalen Death / Grind Sektor, ein Song wie „Anal – Core“ holt beinahe EXHUMED verwöhnten Gore hervor, hier kommen die verschieden gelagerten Vokals besonders fies. Vor allem die Mutter die am Quietschen und fluchen ist (nicht wirklich talentiert aber unerwartet schräg). Unterstützt von einer wahren Kriegsmaschinerie an Schlagzeugarbeit und rücksichtslosen Saiteninstrumenten haben wir damit wohl einen der besten Songs der Cd gehört. Dem Teil steckt nun nicht der Anspruch im Rektum wie der besagte Stiefel bei diverser individueller Verfehlung Dritten gegenüber, aber der rotzt uns blutige Unbekümmertheit vor die Füße. Das ist häufig viel mehr wert. Ein vergleichbarer Fall ist das augenzwinkernde „10 Cummandments“, das von einer instrumental sehr ansprechenden Nummer in Richtung alkoholverträgliches Tanzvergnügen abwandert (Hidden Track). Aber wie erwähnt, davon sollte sich niemand täuschen lassen, GROG präsentieren straffen und brutalen Death Metal jenseits von belanglosem Geplänkel. Nach all der Zeit ist ihnen endlich was nachhaltigeres gelungen, etwas das sich nicht zu ernst nimmt, aber auch genug Spielraum in der Hose lässt um mächtig dicke Eier vorzuzeigen. „Scooping…“ ist mit Gewissheit keine perfekte Schlachtplatte, aber mit Sicherheit ist alles drauf was schmeckt, leicht abgehangen, mürbe und saftig!
7/10

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