Thursday, August 4, 2011

IRON LAMB - The Original Sin - Cd / Pulverised Records


IRON LAMB sind bekennende RAMONES und MOTÖRHEAD Kaperfahrer und segeln mit kräftigen Rückenwind aus gut verträglichem Pogo und Mitgrölpunk über eine nicht allzu kabbelige See entlang des 3 Akkorde Meridians. Viel mehr gibt es da gar nicht zu sagen, auch der Promibonus (schwedisches Namedroping) kann nicht verschleiern, dass hier kein innovatives neues Pseudo – Meisterwerk, sondern einfach nur eine Bierstiege voll Asselmusik auf dem Niveau erfahrener Musiker entstanden ist. Das Ganze als recht harmonisches Hörerlebnis zu verstehen, ist wahrscheinlich beleidigend, aber es eckt nun mal nicht wirklich an, rutscht durch wie ein gebutterter Mittelfinger im Antlitz des Establishments. Allein schon der melodischen Gitarrensolis wegen. Aber IRON LAMB sind weniger anarchische Revolution als gute Partyunterhaltung mit Hasstexten und all dem was der Punk als musikalisches Stilmittel hergibt. Viel ist es ja weiß Gott nicht, reicht aber auch heute noch aus um sich Sicherheitsnadeln durch die Pfeife zu ziehen und auf den Bahnsteig zu rotzen. IRON LAMB sind geradlinig und aggressiv ohne Selbstüberschätzung und verinnerlichen das gesunden Bewusstsein, dass auch sie nur Fans sind. Also rockt das Album von Anfang bis Ende, hat einen hohen Unterhaltungswert und lässt die zerlatschten Springer über Hüfthöhe treten, Ellbogen wirbeln und Münder schief auf dem Zifferblatt zucken. Das geht im Suff besser als nüchtern, könnte einigen von euch jedoch das Kleingeld wert sein. Den Punk an den Eiern gepackt und mal fest zugepresst, mehr ist es nicht. Aber darauf steht er ja, der Stadtparkbewohner und unkontrollierte Hundezüchter, der von meiner heimischen Vorwendepresse als „Mittel im Arsenal bürgerlicher Ideologien, mit denen die Volksmassen manipuliert werden“ verstanden wurde und falscher nicht liegen konnte. Unangepasst wollte er sein, provozieren wollte er. Heute provozieren andere und er selbst ist von einem Teil der populären Modewelt zu einem vertretbaren Stilmittel zur Umsetzung kommerzieller Ideen geworden. Das dreckige Image lebt wahrscheinlich nur noch durch die Boulevardpresse. Der Punk von heute bezieht seine Straßenweisheiten aus ebenjener Yellowpress, hat sein rüdes, respektloses Antlitz purer Volksverblödung geopfert und zieht damit am selben Strang wie der Rest unserer flachgeistigen Nation. Der Punk ist Teil davon und merkt gar nicht, dass er nicht mehr außerhalb steht. Aber wenigstens erscheint die Musik noch unverfälscht und aufgrund dessen macht der Punk mit IRON LAMB alles richtig, holt sich seinen Soundtrack in die Wagenburg, die Sozialwohnung oder das heimische Kinderzimmer.
7/10

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