Saturday, August 6, 2011

MORBUS CHRON - Sleepers In The Rift - Cd / Pulverised Records


MORBUS CHRON, ja gottverdammt, wer so einen Namen hört und mit der Musik vorher nicht firm war, der glaubt sie doch im Land der Titten und Blutbäder, der Pitshifter und Polkarhythmen. Worauf sonst soll es den schließen lassen, wenn jemand seine Inspiration bei spritzputzartig verteilten Verdauungsendprodukten agitiert. So, und dann schmeißt du den Riemen auf die Orgel und holst eine gänzlich andere Erfahrung ein. Mit technischer Schützenhilfe von Nicke Andersson hört sich MORBUS CHRON an wie ein lebendes Fossil vom legendären Schweden – Sampler „ Projects Of A Stained Mind“. In der Zeit vergessen, den Wecker mit Bedacht der Batterien beraubt und die nächsten Jahre verpennt. Böse Zungen könnten behaupten, das wäre nur ein weiteres Produkt der Retrowelle und würde schamlose Leichenfledderei begehen und das stimmt wohl auch. Wer sich jedoch an solchen Kleinigkeiten nicht aufhält, wird viel Spaß mit Elchtod aus der Zeitmaschine haben. Das aus Stockholm stammende Quartett liegt mit Sound und Musik voll im Trend der neuen Alten. Das Album beginnt wie eine angestaubte Metal Vertonung eines Fulci Films und darauf folgen ausnahmslos fiese Friedhofsnummern mit aufgedrehten Bässen, einem Schlagzeug wie auf einer Jahrmarktsbühne und einem Sänger der deutlich leidet und um Erlösung bettelt. Soll heißen, die Scheibe enthält durchweg authentische Angstmacher im Stile von NIHILIST und vergleichbaren Jugendsündern. Und soll man da einer Band zum Vorwurf machen, dass sie ihren Helden der Vorzeit Tribut zollen, die Gitarre mit Wehmut eine Hohelied wimmert? Auch dieses Produkt rutscht nahtlos in eine Reihe neuer Bands/Veröffentlichungen wie MAIM, REPUKED, UNDEAD CREEP, MIASMAL, ZOMBIEFICATION , ist eine weitere Gruft, die auf einem immer größer werdenden Leichenacker seinen Platz findet. Eine aus der staubig und angegammelt aussehende aber erstaunlich frische Untote entsteigen, und das lokale Umfeld problemlos in Beschlag nehmen, mit etwas Durchhaltevermögen auch nach mehr lechzen können. Nacht, Nebel, stöhnende Leiber in frisch gegrabener Erde, das ist es was MORBUS CHRON mit ihrer Musik assoziieren, sich da aber auch rigoros an ihre Vorbilder halten und wie ich denke, so sehr gut in der Spur bleiben. Die Quintessenz besteht aus einer bekannten und erfreulich modrigen Mischung aus Death und Doom, immer wenn es Etappen temporechen Fluchtverhaltens gibt, folgen im Anschluss langsame, durch Samples unterstützt, auf Atmosphäre getrimmte Parts, die das Gesamtbild der Beerdigungszeremonie wieder ins rechte Bild rücken. Totmetallisches Doppelpassspiel mit Torgarantie! Wem die Bands aus der Namedroping – Leiste zusagen, macht auch mit diesem Album nichts falsch.
8/10

No comments:

Post a Comment