Friday, September 30, 2011

THE HORDE - Thy Blackened Reign - Cd / Stormspell Records


Dem Namen THE HORDE wird die Band aus den „Vereinigten Saaten von Katastrophika“ mehr als gerecht, gebärden sie sich auf ihrem musikalischen Debüt doch wie eine. Ganz Wikingerversessen, wie das bei allen Amerikanern landestypisch zur Erscheinung tritt, wird der Rauschebart und die Kriegsaxt mit heroisch bis rüden Thrashknüppeln in Form geprügelt. Dabei macht die Karawane der Furchtlosen eher den spaßigen Partyeindruck wie in der Trickfilmreihe Quark, wo die ganzen Recken saufend und polternd an langen Holztischen sitzen, von dickbusigen Matronen bedient werden und jeden verzapften Blödsinn noch zu toppen wissen. Weniger tritt harte, kalte und schnöde Tristes zu Tage, regiert von Blut, Angst und Unsicherheit, wie kürzlich in dem glänzenden Streifen „Walhalla Rising“ beschrieben. Das musikalische Konzept setzt sich aus kantigem Hau Drauf Thrash und melodiösem Anschub der Marke IRON MAIDEN zusammen. Dabei hat die Band darauf geachtet, lieber einmal öfter zu trümmern und den Sound nicht allzu perfekt glattzuziehen. So entsteht ein Album, das gut mit seiner Virtuosität umgehen kann, das Augenmerk aber immer wieder auf primitives, ja auch stumpfes Geprügel legt. Letztendlich macht das Zusammenspiel die Suppe fett. Da darf mal ausgiebig heroisch malträtiert, aber auch der Punk an Bord des Drachenbootes angeheuert werden um kurz und kernig primitiv die Balken zu Feuerholz zu zerlegen. Also müsst ihr euch nicht scheuen mit den Patriotismuswikingern auf Kaperfahrt zu gehen, Clankriege auszufechten, Wein, Weib und Gesang zu genießen, Dämonen und Seeungeheuer zu vertreiben, zu plündern, morden, vergewaltigen, den Berserker loszulassen und bei all dem Unsinn jede Menge Spaß zu haben. Musik (Thrash ohne Bay Area Einflüsse) und Thematik sind natürlich nicht unbedingt von Neuweltnormannen zu erwarten, aber der Ami okkupiert auf seinen Missionen für Frieden und Demokratie ohnehin alles, also warum nicht auch so was. Rein akustisch gehört diese Art an verthrashter Randgruppenunterhaltung aber zu uns ins alte Europa. Thor und Odin wird es nicht stören, und mir ist es auch egal wo der „Metalhamer“ zuschlägt, Hauptsache der Schlag sitzt. Ich denke THE HORDE wird euch gefallen, auch wenn man sich erst mal daran gewöhnen muss, dass eine transatlantische Thrash Band vor den Toren Walhallas rumlungert, Yggdrasil ans alte Holz pinkelt und den dürstenden Helden den Met wegsäuft. So funktioniert Metal eben, mit persönlichem Anspruch, lockerer Leine, sauberem Spielriemen, einem starken Navigator und vor allem den ganzen Scheiß nicht zu ernst zu nehmen. Auf diese Weise, scheint mir, entstand eine recht unterhaltsame Scheibe, der die Lockerheit und Trinkfestigkeit ihrer Verursacher anzumerken ist. Wer gern mit dem schartigen Schwert auf dem Schlachtfeld moshen möchte, dem sei „Thy Blackened Reign“ in die schwieligen Pranken gelegt.
7/10

Thursday, September 29, 2011

PATHOLOGY - Awakening To The Suffering - Cd / Victory Records


Unruhige Zeiten sind das gewesen letztes Jahr, für die pathologischen Schnitter. Aber umso gestärkter scheinen sie nun ihr 5. Album präsentieren zu wollen. Größte Bereicherung ist eine 2. Gitarre, die der ohnehin schon bestehenden meterdicken Wand das inspirative Graffiti verpasst und neben all dem brutalen Gehirnmus mit nur wenigen Noten unterschwellige Melodien über die Grenze schmuggelt, wie der Heimlichdeutsche seine polnischen Fluppen. Mit beängstigender Präzision schiebt die Band um Dave Astor jährlich eine neue Scheibe nach, so als würden sie sich die am Fließband stanzen lassen, nur klingt sie eben nicht wie ein Massenprodukt. Und das ist in heutiger Zeit gar nicht so einfach, da brutale Schredderaspiranten zuhauf die lokalen Sümpfe verlassen wie die Mücken, nur um woanders einen Stich zu landen. PATHOLOGY hingegen haben Titanstachel, lang wie Flaschenhälse und der Saugkraft einer umgepolten Schiffsturbine. Daran hat sicher auch der neue Sänger (lach mich schlapp – klingt definitiv nach 100 gleichgezogenen Toilettenspülungen!) seinen Anteil, wenn der aus finstersten Tiefen anatomischer Unkenntnis Töne an das Tageslicht lockt. Töne, deren Existenz lange Zeit für unmöglich gehalten und nur theoretisch diskutiert wurde, wie Wurmlöcher, der Yeti oder die Verträglichkeit von Mayonnaisesalaten. Eine solche Scheibe mit all ihren ekligen Zutaten macht unbedingt Freude! Ich habe schon Leute mit Düsenstaubsaugern kämpfen sehen, die weniger Spaß hatten.

Unter den Vakuumcleanern neuerer Ordnung sind PATHOLOGY sicher einer der Marktführer. Mit dem PATHOLOGY saugt ihr aufgrund seiner immensen Umdrehungszahl alles im Umkreis eurer bierschwangeren Szene ein, gleichzeitig ist von Partyspielchen abzuraten. In ein solches vakuumverdächtiges Saugrohr steckt man nichts ungestraft rein, schon gar nichts organisch Empfindliches. Turbodüse, Bodendüse, Parkettdüse, alles dabei, und genau genommen seid ihr das. Die Band wischt mit euch den Boden auf, wenn sie erst mal losgelassen. Natürlich verfügt das Geschoß auch über eine elektronische Saugleistungsregelung, ich empfehle aber die höchste Stufe für den maximalen Effekt. Hätte der rote Mann seinerzeit schon so etwas besessen (und eine Steckdose), wäre das Skalpieren weniger rituell, dafür effizienter gewesen. Den Schnorchel richtig platziert und schwupp!

PATHOLOGY haben definitiv was spezielles, sind in der Szene nicht zu Unrecht ganz weit vorn im Rennen, jetzt fehlt nur noch der Schritt auf den Kontinent. Na, die alte Dame Europa wird sich bedanken, bei all der krisengebeutelten Selbstbeweihräucherung und Katerstimmung auch noch amerikanische Hobbypathologen zu verkraften, daran hat sie schwer zu schlucken. Begnügen wir uns erst mal mit dem Album, bevor uns der Brocken im Halse stecken bleibt. BrutalDeathSlamBlastgurgelbrääääääääää……………
8/10

Tuesday, September 27, 2011

ENTRAILS - The Tomb Awaits - Cd / FDA Rekotz


Wer Retro suchen will wird es auch finden, dazu braucht es keine zerebralen Detektoren und Grabungsgeräte. Und wer verdammt gute Musik braucht um Putz von den Wänden zu stemmen, Stahl zu verbiegen oder einfach nur geistigen Beistand sucht, wenn die eigene mentale Stabilität zu entrücken droht, muss sich ebenfalls wenig bemühen. Der wuchtet die neue ENTRAILS in den Schacht und zündet damit die hellste Kerze auf der schwedischen Apfeltorte an. Es bleibt kaum mehr zu sagen, als, schon wieder alles richtig gemacht! ENTRAILS ist wie guter Sex mit 2 naturgewachsenen Hochglanzstrenchen. Was sage ich, schon die Ankündigung von Wahrschheinlichkeitssex am Ereignishorizont ist es wert mit dieser Cd orgiastische Erlebnisse zu tauschen. Die Songs elektrisieren stoßweise, mal verhaltener mit breitwandiger Coolnes, mal trocken, kurz und knackig. Dabei beginnt der Tanz mit einem Schmuseintro, das auf die „Highlights Of Silent Dreams“ Serie gepasst hätte (muss keiner kennen, ich schäme mich). Mit allergrößter Sicherheit wurde das nur an den Anfang platziert um es dann gnadenlos mit allen zur Verfügung stehenden Bässen zu zertrümmern. Auf den Titel des Albums „The Tomb Awaits“ wird die Band selbst wohl kaum Bezug nehmen, da soll der Schnitter sich erst mal an den Heesters erinnern und seinen Verfallszettel hinterm Schreibtisch vorangeln. Der Sound stammt offenkundig direkt aus den unteren Büroräumen des Knochenmanns und es sieht eher so aus, als würden sie sein Geschäft beleben, akustisch lieblich zu vernehmen sind jedenfalls ein Dutzend schmeichelhafte Werbejingles für seinen Börsengang. Und die Presse erst, mit so viel medialem Rückenwind, müssen die Typen doch quasi zwischen Faszination und Ungläubigkeit zerfetzt werden. Selbst jene, die sie unentwegt mit schwedischen Fossilien vergleichen wollen (zu Recht, aber überflüssig) finden da kaum ein Haar in der Suppe. Für mich selbst hat das Zweitwerk der Eingeweidesektierer die Potenz eines südafrikanischen Elefantenbullen, der mit brachialer Gewalt, blinder Geilheit und einem 5. Standbein Bäume zu Sperrholz verarbeitet und Mauerwerk pulverisiert. Das alles um seinem Elefantenkuhharem die Idee vom fremden Grasen auszutreiben. ENTRAIL fahren hernieder wie eine Urgewalt, wer das Donnern am Horizont hört, weiß dass er in Deckung gehen sollte und begreift, dass das völlig sinnlos ist. Auf dem Pfad der Zerstörung wird nicht lang rumexperimentiert, ENTRAIL wissen, welcher Motor am meisten Dreck schluckt, welches Getriebe am lautesten knirscht und mit welcher Lenkung sich die Richtung halten lässt. Die dürfen zur Hölle noch mal nichts an ihrer Fahrweise ändern! Schnallt euch an, reitet den Bullen, tanzt mit Tod Tango, habt Sex und esst Apfeltorte, aber vor allem kauft dieses verdammte Album!
10/10

Saturday, September 24, 2011

FETUS IN FETU - Abnormal Disfigurement - Cd / Casket Music


FETUS IN FETU aus Dänemark ist der Moloch, der eine hautlose, vom Erstickungstod dahingeraffte Leiche mit kannibalistischer Notwendigkeit verspeist. Alles klar? Diese Rüpel begeben sich auf einen rücksichtslosen Raubzug in Sachen brutaler Kunst und führen so manches Riff einer nicht ungeschickten Zweitverwertung zu. Aber der Band trau ich nicht über den Weg, die sind meiner Meinung nach in der Lage die kleine Meerjungfrau ins Wasser zu schupsen und in den Tivoli zu pinkeln, was ich als extrem antipatriotisches Verhalten verurteilen würde. Jedenfalls scheren sie sich einen Dreck darum was die eigene kleine, putzige Nation dem Metal hinzuzufügen hat und saugen mit transatlantischem Rüssel vornehmlich die Ostküste des Landes der begrenzten Unmöglichkeiten ab. Weniger kritisch betrachtet haben wir es hier aber auch mit echten „Dänischen Delikatessen“ zu tun. Ehe sie sich länger hinter Metzgermeistern aus der Discountliga verstecken, machen die lieber ihren eigenen Laden auf. Auch wenn es anfänglich schleppend lief, und der Zufall sicher keinen Elektriker zum filetieren in die Kühlkammer gesperrt hat, gelingt es ihnen mit diesem Album die Knochenmühle in Gang zu bringen. Die lokalen Fleischereiprodukte sollten guten Absatz finden, egal aus welchen Quellen sie stammen. Schließlich kommt es nicht unbedingt auf die Sorte sonder viel häufiger auf die Marinade an. Und das was sie aus den selbst ausgesuchten Vorgaben mithilfe der wichtigen eigenen Note gemacht haben, ist mehr als nur ein paar Handkantenschläge in den Nacken wert. Der eigenen Kreativität das nötige Vertrauen entgegenzubringen dürfte sich als nachhaltiger erweisen als nur eine x beliebige Kopie der eigenen Helden zu sein. Selbst wenn man von denen erst mal einen beträchtlichen Anschub benötigt. Aber das ist wohl ganz normal und alles andere als verwerflich. Vielleicht ist der Bandname auch in diesem Sinne zu verstehen, die Band hat sich wie ebenjener Parasitenfötus quakend in den Kadaver seines amerikanischen Zwillings eingenistet. Im Normalfall stirbt der Parasit ab und wird chirurgisch weggemetzelt. Aber sein dänisches Pondon hat zweckmäßigen Nutzen aus der makaberen Affäre gezogen und ein cooles Album aufgelegt, das ein gutes Gesicht in der Riege brutaler Death Metal Bands macht. Mit Groove, Growls, Blast und vielleicht auch peripherem Gegrinde lassen sie den südlichen Zipfel der Wikingernation erzittern, sägen 8 Songs lang tief ins Fleisch biederer Belanglosigkeiten und beweisen eindrucksvoll, dass es möglich ist, trotz großer Vorbilder sein eigenes Schlachthaus zu etablieren und mit blutiger Gewalt sowie viel Spaß am Laufen zu halten. „Abnormal Disfigurement ist ein straffes, gut durchtrainiertes Album, haltet euch ran!
8/10

Tuesday, September 20, 2011

INNER SANCTUM - Christi Testamenta - Cd / Mechanix Records


INNER SANCTUM, vor 22 Jahren gegründet und doch nur übern´ Gartenzaun bekannt, Black / Thrash auf dem Zettel aber eigentlich doch nicht, ursprünglich aus der grünen Hölle von Uruguay und doch auf dem ganzen Planeten verteilt wie Haare auf dem Rücken von Vorruheständlern. Das mit der relativ erfolglosen Langlebigkeit lässt sich vielleicht erklären, denn die Band war zwischenzeitlich mehr als transparent, so dass sie einfach verschwand und den Weg der Reformierung gehen musste. Und erfolglos?, möglicherweise ist dem gar nicht so und Uruguay einfach nur ein Land, von dem man keine Metal Karriere starten kann. Musikalisch zumindest hätte mehr Aufmerksamkeit Bestandteil ihres Rumexistierens sein müssen. Gewöhnlicher Black und Thrash Metal greift nämlich gar nicht so richtig. Viel mehr spielen sie mit Elementen aus der klassischen Schiene, nur eben roher und tiefer und mit einem Sänger, der den Hass mit Rasierklingen geschluckt hat. Das kann nicht darüber hinweg täuschen, dass der Prinz der Finsternis höchstselbst Einfluss genommen hat, sowohl aus seiner Zeit beim schwarzen Sabbat als auch mit seiner Solokarriere. So bestehen INNER SANCTUM viel mehr aus griffigen Gitarrenriffs und melodischen Solis als aus kaltem und schwarzem Stahl. Da gibt es Bassparts die versuchen einen tatsächlich einzulullen wie warmer Honig in Milch. Würde der Frontmann nicht in einer Tour so rumspucken, ginge die Musik ganz deutlich in eine viel rockigere Richtung. Also, INNER SANCTUM ist im Grunde genommen eine typische Heavy Metal Band mit breitem Sound und schwarzem Anstrich, eine Band der es gelingt Riffs zu komponieren, die sich schnell anschmiegen wie die liebgewonnene Winterjacke, die aber auch eine ganze Scheibe um einen einzigen Song spulen wie Seide um die Spindel. Und dann wir halt variiert, gezogen und gezerrt bis es für das komplette Album reicht. Ist ja auch nicht schlimm, wenn das Ergebnis eine gesenkte Erwartungshaltung um Längen schlägt. Dazu passt die Verbindung zu CELTIC FROST (covern „Return Of The Eve“) ganz gut. Das bemerkenswerteste aber ist ihre Version von „Heaven On Their Minds“ aus Jesus Christ Superstar, darauf muss erst mal einer kommen und es dann noch so sorgfältig und mit dieser immensen Härte umsetzen. Also, INNER SANCTUM haben mehr zu bieten als sie selbst propagieren und dürften mit diesem Album durchaus ihre Nische finden. Der Band ist mit „Cristi Testamenta“ sicher kein Quantensprung der Musikgeschichte gelungen, mit dem Überraschungseffekt den ihre Musik jedoch inne hat, erheben sie sich aber mit breiter Brust über den Rand des Genres hinaus. Nur dem Heiland selbst dürfte die Auslegung seines Testaments schwer auf die Eier gehen! Gut gemacht.
7/10

Tuesday, September 13, 2011

ULTIMO MONDO CANNIBALE - Drink My Milk - Cd / Rotten Roll Rex


“Drink My Milk”, ist das als Aufforderung zu verstehen, die nationale Milchquote nicht wieder zu überschreiten und so horrenden Strafen zu entgehen? Der verschuldete Berlusconilobbyist ist in der Schuldenkrise schon genug gebeutelt, da braucht der keine zusätzlichen Belastungen mehr. Find ich gut solche Aktionen, die 3 irren Italiener unterstützen scheinbar ihre lokalen Landwirte im Kampf gegen den Regulierungswahnsinn aus Brüssel. … Kann aber auch sein, dass ich hier etwas grundsätzlich missverstehe (was mir egal ist, oder soll ich überall Sarkasmus davor schreiben, wenn er einen doch schon mit dem Hammer erschlägt), denn was aus der heimischen Anlage rumst hat wenig von La Dolce Vita, dafür immens viel von CBT und denen ging es nicht um effiziente Feld-, und Viehwirtschaft. Das was die betreiben ist eher Euternasie im großen Stil (das Wort bitte richtig lesen, bevor jemand Anfeindungen abschießt). Euter genau, und ganz sicher keine zitzenhaften Hängeteile an blökenden Wiederkäuern, sondern die gigantischen an hominiden Sexualgehilfinnen. Eine solche Leidenschaft verbindet und darum setzen ULTIMO MONDO CANNIBALE eher darauf, als runter gewirtschaftete Agrarbetriebe zu sanieren. Na und das mit der Milch, ich hab da ja so meinen Verdacht, aber das darf ich nicht sagen. Die sind damit aber offensichtlich so produktiv, dass sie es in Tüten abfüllen müssen und reichlich Euros scheffeln, solche Pornausen sind das. Die bedienen ihre Instrumente bestimmt mit ihren Genitalien, wobei der kleine Italiener da nicht mal unbedingt benachteiligt sein muss, je größer umso unhandlicher und der Saitenabstand ist nicht wirklich Garant für Zielgenauigkeit. Nur der Drummer hat ein Problem, der braucht zwei und eine größere Reichweite. Dafür würde mir nur eine laborabhängige Lösung einfallen, oder ein sofortiger Umzug nach Fukushima. Egal, wenn ich das Album höre weiß ich, dass es irgendwie geklappt hat, denn das Monstrum ist breit, fordernd, dominant und willig wie eine Stallmagd mit überdimensionierter Molkereiauslage. Die tritt herzhaft in die Eier und zieht mit breitem Grinsen blank. Satte primitive 3 Akkorde – Gitarre, Polkaschlagzeug und Harmonizer, mehr ist nicht nötig um auch dem kritischsten Platoniker die Hosen in die Kniekehlen zu zerren und seine Gehänge im Bassrhythmus mitschwingen zu lassen. Der Simplicissimus des Dargebotenen und seine anhängende Eingängigkeit lassen „Drink My Milk“ problemlos durch die engste Spalte rutschen. Das Grundprinzip ist dabei das gleiche, das unsere felltragenden Urväter bei ihren Stammesriten benutzten und ihre Feinde schreiend aus den Höhlen trieb, so ihren Fortbestand mithilfe grunzender Frauen aus anderen Clans sicherte. Effektiv nennt der moderne Mensch so was glaube ich, mit minimalem Aufwand maximale Reichweite unter Zuhilfenahme eines Höchstmaßes an praktizierter Brutalität! Stellt sich eigentlich nur noch eine abschließende Frage, will ich beim vögeln wirklich 3 Italiener im Nacken haben, die ohne Unterlass rülpsen und krakeelen, ja irgendwie den medialen Spanner geben? Scheiß drauf: Hail To The Gore!!!!!!
8/10

Monday, September 12, 2011

CEMETERY RAPIST - The Smut Circus Cd / Rotten Roll Rex


Oh je, mein leptosomer Lieblingspsycho ist zurück, wie wenig Freunde muss einer doch haben, um so eine Rummelbumserbude völlig autonom zu managen. Der Typ hält wohl den Myspace Rekord in Punkto Kontolöschung, wegen all dem Scheiß den er da drauf hat. Der macht zeitlebens alles allein und ist immer noch hungrig nach juvenilen Sexphantasien, die er dann in seine Definition von Death und Grind transferiert. Bis jetzt hat er sich ja irgendwie noch bedeckt gehalten und den europäischen Markt weitestgehend verschont, doch nun wendet sich das Blatt und der Typ entdeckt den alten Kontinent. Wofür das gut sein soll, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Der musikalische Wert tendiert gen genozidale Nulllinie, der Sound der Gitarre macht das auch nicht bessere, vom Drumcomputer ganz zu schweigen. Der liebe Clay ist wohl so was wie der Innbegriff des todesmetallischen Nerd, nur eben ohne den Heiligenschein der Genialität. Es gibt zahlreiche andere Ein – Mann Abrissbirnen, solche die auch vernichten, wo sie einschlagen. Das trifft bei Clay nun eher weniger zu, dafür ist das alles zu mager (wie er selbst) und niemand hatte bisher den Mumm ihm das zu sagen. Also tu ich es. Mein lieber Junger, mach eine anständige Lehre, such dir einen Job, mach deine Eltern glücklich und lass den Unsinn. Oder such dir zumindest ein paar Kumpels zum spielen, das würde deinen Horizont um etliche Stellen nach dem Komma erweitern. Momentan stößt du dich doch selbst daran, wenn du dich nur umdrehst. Den eigenen sexuell fehlgeleiteten Gewaltphantasien den Hauch individueller Philosophie anzuheften, hat bereits zu tiefen freudschen Verwicklungen geführt, da kommst du ohne Hilfe von außen nicht mehr raus. Daraus entwickeln sich schwerwiegende Folgen für deine essentiell bedeutsame soziale Kompetenz. Die ist so wichtig wie echter Sex. Das Leben tickt auf der Straße und nicht in deinem Kopf, zudem schlägt der wahre Puls des Lebens nach völlig anderen Gesetzmäßigkeiten als du es dir zwischen deinen psychotischen Schüben in den wenigen klaren Momenten die dir noch bleiben, auch nur vorzustellen wagst. Dass du auf den Friedhof gehen musst um einen wegzustecken, wie dein Bandname suggeriert, ist wohl bezeichnend. Und bei dir halten nicht mal die Toten still! Aber weißt du womit du Glück hast? Es gibt noch viele andere Gestörte wie dich, jeder in seiner eigenen Glocke aus Internetpornos, Alkohol und unbezahlten Rechnungen. Für die bist du wahrscheinlich der Messias, die konsumieren all deine Ergüsse und hängen an deine Lippen, als würdest du Wasser zu Wein predigen. Solange du die noch hast, mach von mir aus was du willst, aber bitte belästige keine anständigen Bürger! Ach ja, und Coppolas „Full Metal Jacket“ zu missbrauchen ist eine Frechheit, das hat nicht mal die vietnamesische Pseudostraßenhure verdient!
3/10

DISCREATION - Plague And Fire - Ep


Lecker Essenduft wabert über die Ladentheke. Oder zumindest wäre es so, würde man einen frisch zubereiteten Hamburger als Synonym für die aktuelle DISCREATION Ep verstehen wollen. Einen aus einer gehobenen Fastfoodkette, also eher Kuhlmanns als Mc Magenkrebs oder Diarrhö – King. Aber das Prinzip ist das gleiche, zwei mehr oder weniger pappige Brötchenhälften deckeln eine Rinderhackscheibe (hoffentlich) und fertig ist der Graus grüner Gesundheitsapostel. Na ja, ganz so pappig ist das Gebackene um das Gebratene nun natürlich nicht, will nur sagen, dass sich der Mittelteil der 3 – Song Ep stark von seinen Satelliten unterscheidet. Wo die mit semimelodischem und aggressivem Death Metal ordentlich hinlangen ohne tatsächlich fundamentales zu leisten, spricht der Mittelteil eher den melodisch verwöhnten und heroisch bestrebten Recken in uns an. DISCREATION offenbaren sich mit „This Darkest Day“, ob nun gewollt oder nicht, als Amott / Gossow Fans und liefern einen markanten Ohrwurm ab, der aufgrund seines simplen aber immens griffigen Riffs sofort kleben bleibt, der melodiöse Bypass ist dann eindeutig ARCH ENEMY, nur eben ohne das schnieke Pärchen. Wer will, findet aber auch Parallelen zu AMON AMARTH. Diese Liebkosung mit nordischen Chartstürmern kann ich den beiden anderen Stücken nicht nachsagen. Da geht es viel geradliniger und weniger selbstverliebt zur Sache, Schmusekurs ade. Das Tempo ist angenehm hoch, die Songs sind zwar nicht zwingend brachial, haben dafür einen düsteren Unterton und weniger den Anspruch etwas besonderes sein zu wollen. Wahrscheinlich hatte die Band größeres damit vor, aber das was der Koch da angerichtet hat, ist sehr schmackhaft und trotz des bestehenden Faastfoodcharakters findet sich auch gehobenes Küchenniveau. So eine Bulette zwischen zwei Weizenlappen gequetscht ist ja generell kaum die große Kunst der Braterei. Wer jedoch die richtigen Zutaten, die exakte Temperatur, genügend Erfahrung und Geduld, aber vor allem die unbedingt geheim zu haltende Gewürzrezeptur mit einbringt, der steht mit gespreizten Beinen viele Schritte neben dem faden Standard der Straßenköche. Und das, so denke ich, ist DISECRATION durchaus gelungen. Ihre Art des Death Metal erscheint uns geläufig, aber mit persönlicher Note und den Zutaten der Erfolgreichen gelingt mehr als den Konsumenten satt zu machen. Ich könnte mich jetzt weiter an die Lobhudelei der Presse heften, sehe aber keinen Grund das Gleiche zu schreiben wie alle anderen, also besucht ihr lieber die Website der Band und ladet euch das Vergnügen ganz legal runter. Dann lehnt ihr euch in eurem Corbusier oder auf der Strohmatte zurück, und lernt vom breiten Musikverständnis der Band! http://www.discreation.de/
7/10

Friday, September 9, 2011

TORTURE THRONE - Thy Serpent´s Cult - Mcd / Obscure Domain


Der Eröffnungstrack suggeriert Friedhöfe, Bodennebel und mit rostigen Schlössern versperrte Gruften. In einer davon schiebt sich die verknöcherte Hand einer viel zu alten Leiche in den Spalt zwischen Steinsarg und Deckel. Mit spielender Leichtigkeit schiebt sie ihre ungewollte Bettdecke zur Seite und lässt sie in den Staub fallen. Im Tempo des Songs bringt sie ihren ausgedörrten Oberkörper in sitzende Position und fixiert uns mit einem starren Blick aus leeren Augenhöhlen. Ihre Bewegungen sind so lahmarschig, dass es uns kaum Angst machen dürfte, aber es verursacht trotzdem eine immense Gänsehaut. Was für ein Einstand! Der Song heißt Golgotha und zwingt, aufgrund seines unglaublich stoischen Nihilismus, sogar Doompäpsten Respekt ab. Aber wenn man es bedenkt, hat derjenige der sich auf den Schädelberg begibt, in der Regel ordentlich schwer zu schleppen, da rennt man nicht mal eben rauf, und so ist die Pace des Songs durchaus angemessen. Einmal oben angekommen, geht es auf der anderen Seite schnurstracks wieder runter, Schussfahrt ins Tal sozusagen. Die Abfahrt ist aber um ein wesentliches länger als der Anstieg, und zwar 4 weitere Songs im Ganzen. Dabei ist der Weg abwärts offensichtlich für ein flottes Tempo geeignet, allerdings mit variierendem Neigungswinkel. Es wird aber keinesfalls mehr so mühselig und schweißtreibend wie zu Beginn über Stock und Stein gekraxelt. Dafür setzt erfreulicher Minimalismus ein, TORTURE THRONE kommen mit wenig musikalischem Aufwand schnell ans Ziel. Da wo andere Slalom fahren und gefährlich über Pisten springen, hockt sich die Band auf einen alten, schon mächtig wurmstichigen schwedischen Schlitten und nehmen den direkten Weg ins Stadion. Gut nur, dass sie der alten Pritsche noch mal die Kufen geschliffen haben. Eine Fahrt auf der angegrauten Todesmaschine macht auch heute noch Laune und es spielt keine Rolle, dass seit einigen Jahren zahllose andere ihre Schlitten ebenfalls aus den Schuppen und Garagen holen, sie entstauben und polieren. Solange sie fahrtüchtig sind und dem Besitzer den erwarteten Spaß bringen, ist das legitim. TORTURE THRONE hätten ruhig noch ein paar Songs drauf packen können, auf ein komplettes Album bin ich wirklich gespannt. Diese Ep richtet sich an alle, die sich immer noch an den alten Sachen von Entombed, Dismember und Co erfreuen und es einer Band nicht übel nehmen, wenn sie wie Kloneschaaf Dolly ihrem Original verdammt intensiv das Rektum schlecken. Sound und Songwriting sind da sehr aussagekräftig, allein die Gitarrensaiten hängen authentisch locker über dem Holz, der Gesang kling schön fies, als versteckt sich der Sänger in einem antiken Bierfass, legt die Hände als Schalltrichter an den Mund und röchelt fröhlich drauf los. „Thy Serpent´s Cult“ ist eine sehr stimmige Mini mit schnoddrigen Riffs, überschaubaren Solis und passenden melodiösen Aufhängern, solltet ihr euch antun!
8/10

Monday, September 5, 2011

STILLBORN - Los Asesinos Del Sur - Cd / Pagan Records


Wenn eine Band sich den Namen STILLBORN gibt (sind so einige) dann sollte sie sich das vorher überlegen, bevor es nach hinten losgeht und die Karre im Graben landet. Der polnische Pendant hat nach dem nunmehr 4. Album sicher sämtliche Bedenken am Schalter für unzustellbare Sendungen abgegeben. Die sägen schmerzfrei und viel zu ernst schwarz gesprenkelten Todesthrash, holzen den Dunkelforst östlich der Oder gründlich ab. Das Instrumentarium kommt dabei besser zur Geltung als der Sänger, der mit seinem Hassgeifer viel zu dominant wirkt und das Geschehen an der elektrisch versorgten Front eher bremst als ein homogenes Techtelmechtel anzustreben. Aber auch so packt nicht jeder Song bei den Eiern, ihrer stärksten Momente hat die Band, wenn sie den Fokus auf puren Thrash a la DESTRUCTION verlegt, alles was zu schwarz gestrichen ist, wirkt schnell stumpf und fade, die Death Metal Parts sind meist gewöhnlich und harmlos. Bedauerlicherweise finden sie ihre wahre Stärke erst zu spät. Einer der herausstechenden Songs dürfte „Blood And Dust“ sein, beginnt der doch rhythmisch betrachtet wie ein alter Militäraufmarsch des Warschauer Paktes. Mir steht der Angstschweiß im Gesicht, glücklicherweise bricht das dann mit einem simplen technischen Gitarrengefrickel in sich zusammen und die 3 großen 6en werden mir Würde aus Blut und Staub gewaschen. Weniger ist manchmal mehr und weil eben diese Nummer recht einfach angelegt ist, funktioniert sie wohl auch besser als das Gros des Albums. Ein ganz rasantes Stück Teutonenthrash ist auch „Stillborn II“, bei feinem Tempo und schnittigem Riffing nervt nur der Frontmann, weil ihm offensichtlich dunkelschwarzer Sabber von den spröden Lippen tropft. Die Stellen mit der tieferen Tonlage klingen um einiges überzeugender. Tja, die beiden Songs zeigen, was hätte sein können, der Rest macht lediglich einen anständigen Schnitt ohne erkennbare Ambitionen. Größtes Manko ist die thematische Dichte des Albums, vieles wiederholt sich gedankenlos und es beschleicht mich der Verdacht des Inzests. Weniger Selbstgebrannter und mehr Kreativität, das ist eine einfache Formel liebe Nachbarn. Dann kommt man auch nicht auf die Idee, die eigene musikalische Brut miteinander in die Kiste zu schicken und das Ergebnis als Krone musischer Schöpfung auf den Thron setzen zu wollen. Da vegetiert dann ein subjektiver König mit 2 Schwänzen und einem halben Kopf. Daran ist nichts anbetungswürdiges. Aber wen es nicht stört, von mir aus. STILLBORN präsentieren ein Album mit wenigen (aber vorhandenen) Highlights und viel Beiwerk.
5/10

Saturday, September 3, 2011

DECAYING PURITY - The Existence Of Infinite Agony“ - Cd / Sevared Records


Als der Türke seinerzeit vor Wien stand, mit den Schwertern rasselte, Unmengen an Blut vergoss und in schweißtreibender Arbeit versuchte sich in die Stadt zu buddeln, kann das nicht beängstigender geklungen haben als das was DECAYING PURITY mit ihren 2. Album anschieben. Die Feste Europa erzittert. Schlimmer als Schlachtenlärm und Opfergeschrei ist das Dröhnen der Brutal Death Metal Maschinerie. Der ottomanische Vierer aus Istanbul hat die Essenz dieser Musik aufgesogen wie ein nasser Schwamm das rote, flüssige Nass auf dem Fliesenboden einer Ochsenbraterei im Weißwurststaat. Wichtig ist vor allem ein Schlagzeuger, der nimmer müde wird mit 200 Prozent Belastbarkeit die Knüppel zu schwingen und seine Vorderleute dermaßen zu verdreschen, das die ihr Leid in grenzenlose Opferbereitschaft für ihre Instrumente und Kehlen umsetzen. Die bekommen den Hochspannungs – Schweinetreiber grauenerregend heftig ins Genick, dass sie gar keine andere Wahl haben, als mit ihren Werkzeugen zu laufen und selbst alles im Wege stehende rücksichtslos nieder zu trampeln. Der Tempomat funktioniert wie eine Droge, bei der alles an einem vorbei zu fliegen scheint, das Erwachen danach aber gefürchtet werden sollte, die ziehen die Pace über weite Strecken straffer an, als zu heiß gekochte Untertrikotagen das Gonadengebamsle eines süffilitischen Triebtäters! So erwartet euch auf „The Existence Of Infinite Agony“ die volle Breitseite an Blast und geschwindigkeitsverachtendem Todesblei, dickes, technisches Gebretter und die totale Abwesenheit von der Möglichkeit zwischendurch Luft zu holen. Das türkische Gespann steht sehr selbstbewusst im eigenen Saft und erweitert ihr 2008er Debüt um so manch ausschweifende Gewaltorgie. Wer sich mit dieser Art Musik nur unfreiwillig auseinandersetzt, muss den Albumtitel durchaus ernst nehmen. Natürlich sind sie nicht in der Lage und willens einer rotglühenden Höllenpforte einen neuen Anstrich zu verpassen. Sie vermitteln eher das Gefühl, die müsste so aussehen und sie würden mit breiter Brust dafür einstehen, dass das auch so bleibt. So funktioniert die rabiateste Version des Death Metal. Sie schraubt ihren Fans die Köpfe ab, lässt zuckende Leiber von Bühnen fliegen und Ellenbogen in fremde Rippen bohren, lässt den Geräuschpegel ins Unerträgliche anschwellen und saugt den Sauerstoff aus geschlossenen Räumen. Kurzum, das macht trotz aller Gewalt und der Unfähigkeit zu Kompromissen einfach nur Spaß. Wenn ihr euch daran beteiligen wollt, dann dürft ihr das Album gern aus der Asche seiner Opfer fischen. Und da ihr selbstverständlich wisst, wie das Genre funktioniert und ihr auf Beständigkeit wert legt, wird „The Existence…“ eine eurer reuelosesten Entscheidungen sein.
8/10

Thursday, September 1, 2011

GORGY - Birth Of Damnation - Cd / Horror Pain Gore Death Prod.


GORGY, ein Wortkonstrukt aus Gore und Orgy, bei so viel Kreativität möchte ich doch gleich das rückwärtige Laufen kriegen. Schon nach dem ersten Song jedoch dreht sich der Kopf wieder in Windrichtung. Verflixt noch eins, die Typen sind richtig gut und zudem fähig zur Selbstironie. In ihrem musikalischen Rucksack schleppen sie so einiges an unverzichtbaren Utensilien für den Death Metal Camper mit. Wer Brutal Death Metal ausführlich als eigenes Revier im Forst des Todes abstecken will, braucht demzufolge CANNIBAL CORPSE, SUFFOCATION als Inspiration und Notration, wenn einem mal nichts mehr einfällt. Außerdem sind einige stabile Zeltheringe aus Slam und Groove von Nöten und zudem zahlreiche fixe, teilmelodische Solis für die persönliche Duftmarke. Mehr bedarf es nicht, wenn man das Spektakel nicht zu ernst nimmt und deren Humor teilt. Jetzt kann das Feuer geschürt werden, Bratwurst und Stockbrot an den Holzsspieß … na ja, sind Amis, nehmen wir lieber Marshmallows und andere Perversitäten, die die sich so zur Herzinfarktprävention einhelfen. Um den ungesunden Schwingungen etwas entgegen zu setzen, werden noch ein paar 6 Packs widerliches Light Bier geköpft und der Regler der Anlage bis Anschlag aufgerissen. Die Musik die aus dem Camp erschallt steht auf überaus festen Füßen, mit unterarmlangen Klauen um zukünftigen Stürmen stand zu halten und allen Anfeindungen auf metaphorische Weise Kehlen und Bäuche aufzuschlitzen. Das dürfte in der Stille der nächtlichen Waldromantik dermaßen scheppern, dass Bäume kreisförmig umknicken, Wildtieren am lebendigen Leib die Knochen pulverisiert werden und die Radioaktivität im Umkreis von mehreren Dutzend Kilometer auf Jahre hinaus ein gefährliches Niveau erreicht. Damit wäre das Rätsel von Tunguska ein zweites mal zu lösen. GORGY ist tatsächlich ein überraschend abwechslungsreicher Bastard raus geschlüpft, den sie jetzt mit der Flasche großziehen. Der Braten schluckt mehrmals täglich Blut von der DEVOURMENT Milchviehweide, goregegrindete Innereien und steht auf modrig mumifizierte Bandagen um sich die verschmierte Gusche abzuwischen zu lassen. GORGY können ungestüm losbrettern und ansprechend musizieren. Tun sie beides gleichzeitig, kommt verdammt gute Musik heraus, die die Möglichkeiten der Kleinholzszene effizient zu nutzen weiß. Für mich besteht kaum ein Zweifel, „Birth Of Damnation“ ist eines der interessantesten diesjährigen Debüts auf diesem Sektor. Ihr werdet euch wundern, was so eine nette halbe Stunde alles anrichten kann. Wenn ihr es besonders heftig mögt und nicht in klischeeverkleisterter Monotonie ersticken wollt, wenn ihr nicht auf Vertrautes verzichten und trotzdem angemessen, ohne langweilige Aussetzer unterhalten werden wollt, dann solltet ihr einer gorigen Orgie nicht ignorant den Rücken zuwenden! Anspieltipp: „Disgorge The Child“ – Killer!
8/10