Saturday, September 3, 2011

DECAYING PURITY - The Existence Of Infinite Agony“ - Cd / Sevared Records


Als der Türke seinerzeit vor Wien stand, mit den Schwertern rasselte, Unmengen an Blut vergoss und in schweißtreibender Arbeit versuchte sich in die Stadt zu buddeln, kann das nicht beängstigender geklungen haben als das was DECAYING PURITY mit ihren 2. Album anschieben. Die Feste Europa erzittert. Schlimmer als Schlachtenlärm und Opfergeschrei ist das Dröhnen der Brutal Death Metal Maschinerie. Der ottomanische Vierer aus Istanbul hat die Essenz dieser Musik aufgesogen wie ein nasser Schwamm das rote, flüssige Nass auf dem Fliesenboden einer Ochsenbraterei im Weißwurststaat. Wichtig ist vor allem ein Schlagzeuger, der nimmer müde wird mit 200 Prozent Belastbarkeit die Knüppel zu schwingen und seine Vorderleute dermaßen zu verdreschen, das die ihr Leid in grenzenlose Opferbereitschaft für ihre Instrumente und Kehlen umsetzen. Die bekommen den Hochspannungs – Schweinetreiber grauenerregend heftig ins Genick, dass sie gar keine andere Wahl haben, als mit ihren Werkzeugen zu laufen und selbst alles im Wege stehende rücksichtslos nieder zu trampeln. Der Tempomat funktioniert wie eine Droge, bei der alles an einem vorbei zu fliegen scheint, das Erwachen danach aber gefürchtet werden sollte, die ziehen die Pace über weite Strecken straffer an, als zu heiß gekochte Untertrikotagen das Gonadengebamsle eines süffilitischen Triebtäters! So erwartet euch auf „The Existence Of Infinite Agony“ die volle Breitseite an Blast und geschwindigkeitsverachtendem Todesblei, dickes, technisches Gebretter und die totale Abwesenheit von der Möglichkeit zwischendurch Luft zu holen. Das türkische Gespann steht sehr selbstbewusst im eigenen Saft und erweitert ihr 2008er Debüt um so manch ausschweifende Gewaltorgie. Wer sich mit dieser Art Musik nur unfreiwillig auseinandersetzt, muss den Albumtitel durchaus ernst nehmen. Natürlich sind sie nicht in der Lage und willens einer rotglühenden Höllenpforte einen neuen Anstrich zu verpassen. Sie vermitteln eher das Gefühl, die müsste so aussehen und sie würden mit breiter Brust dafür einstehen, dass das auch so bleibt. So funktioniert die rabiateste Version des Death Metal. Sie schraubt ihren Fans die Köpfe ab, lässt zuckende Leiber von Bühnen fliegen und Ellenbogen in fremde Rippen bohren, lässt den Geräuschpegel ins Unerträgliche anschwellen und saugt den Sauerstoff aus geschlossenen Räumen. Kurzum, das macht trotz aller Gewalt und der Unfähigkeit zu Kompromissen einfach nur Spaß. Wenn ihr euch daran beteiligen wollt, dann dürft ihr das Album gern aus der Asche seiner Opfer fischen. Und da ihr selbstverständlich wisst, wie das Genre funktioniert und ihr auf Beständigkeit wert legt, wird „The Existence…“ eine eurer reuelosesten Entscheidungen sein.
8/10

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