Monday, September 12, 2011

DISCREATION - Plague And Fire - Ep


Lecker Essenduft wabert über die Ladentheke. Oder zumindest wäre es so, würde man einen frisch zubereiteten Hamburger als Synonym für die aktuelle DISCREATION Ep verstehen wollen. Einen aus einer gehobenen Fastfoodkette, also eher Kuhlmanns als Mc Magenkrebs oder Diarrhö – King. Aber das Prinzip ist das gleiche, zwei mehr oder weniger pappige Brötchenhälften deckeln eine Rinderhackscheibe (hoffentlich) und fertig ist der Graus grüner Gesundheitsapostel. Na ja, ganz so pappig ist das Gebackene um das Gebratene nun natürlich nicht, will nur sagen, dass sich der Mittelteil der 3 – Song Ep stark von seinen Satelliten unterscheidet. Wo die mit semimelodischem und aggressivem Death Metal ordentlich hinlangen ohne tatsächlich fundamentales zu leisten, spricht der Mittelteil eher den melodisch verwöhnten und heroisch bestrebten Recken in uns an. DISCREATION offenbaren sich mit „This Darkest Day“, ob nun gewollt oder nicht, als Amott / Gossow Fans und liefern einen markanten Ohrwurm ab, der aufgrund seines simplen aber immens griffigen Riffs sofort kleben bleibt, der melodiöse Bypass ist dann eindeutig ARCH ENEMY, nur eben ohne das schnieke Pärchen. Wer will, findet aber auch Parallelen zu AMON AMARTH. Diese Liebkosung mit nordischen Chartstürmern kann ich den beiden anderen Stücken nicht nachsagen. Da geht es viel geradliniger und weniger selbstverliebt zur Sache, Schmusekurs ade. Das Tempo ist angenehm hoch, die Songs sind zwar nicht zwingend brachial, haben dafür einen düsteren Unterton und weniger den Anspruch etwas besonderes sein zu wollen. Wahrscheinlich hatte die Band größeres damit vor, aber das was der Koch da angerichtet hat, ist sehr schmackhaft und trotz des bestehenden Faastfoodcharakters findet sich auch gehobenes Küchenniveau. So eine Bulette zwischen zwei Weizenlappen gequetscht ist ja generell kaum die große Kunst der Braterei. Wer jedoch die richtigen Zutaten, die exakte Temperatur, genügend Erfahrung und Geduld, aber vor allem die unbedingt geheim zu haltende Gewürzrezeptur mit einbringt, der steht mit gespreizten Beinen viele Schritte neben dem faden Standard der Straßenköche. Und das, so denke ich, ist DISECRATION durchaus gelungen. Ihre Art des Death Metal erscheint uns geläufig, aber mit persönlicher Note und den Zutaten der Erfolgreichen gelingt mehr als den Konsumenten satt zu machen. Ich könnte mich jetzt weiter an die Lobhudelei der Presse heften, sehe aber keinen Grund das Gleiche zu schreiben wie alle anderen, also besucht ihr lieber die Website der Band und ladet euch das Vergnügen ganz legal runter. Dann lehnt ihr euch in eurem Corbusier oder auf der Strohmatte zurück, und lernt vom breiten Musikverständnis der Band! http://www.discreation.de/
7/10

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