Tuesday, September 27, 2011

ENTRAILS - The Tomb Awaits - Cd / FDA Rekotz


Wer Retro suchen will wird es auch finden, dazu braucht es keine zerebralen Detektoren und Grabungsgeräte. Und wer verdammt gute Musik braucht um Putz von den Wänden zu stemmen, Stahl zu verbiegen oder einfach nur geistigen Beistand sucht, wenn die eigene mentale Stabilität zu entrücken droht, muss sich ebenfalls wenig bemühen. Der wuchtet die neue ENTRAILS in den Schacht und zündet damit die hellste Kerze auf der schwedischen Apfeltorte an. Es bleibt kaum mehr zu sagen, als, schon wieder alles richtig gemacht! ENTRAILS ist wie guter Sex mit 2 naturgewachsenen Hochglanzstrenchen. Was sage ich, schon die Ankündigung von Wahrschheinlichkeitssex am Ereignishorizont ist es wert mit dieser Cd orgiastische Erlebnisse zu tauschen. Die Songs elektrisieren stoßweise, mal verhaltener mit breitwandiger Coolnes, mal trocken, kurz und knackig. Dabei beginnt der Tanz mit einem Schmuseintro, das auf die „Highlights Of Silent Dreams“ Serie gepasst hätte (muss keiner kennen, ich schäme mich). Mit allergrößter Sicherheit wurde das nur an den Anfang platziert um es dann gnadenlos mit allen zur Verfügung stehenden Bässen zu zertrümmern. Auf den Titel des Albums „The Tomb Awaits“ wird die Band selbst wohl kaum Bezug nehmen, da soll der Schnitter sich erst mal an den Heesters erinnern und seinen Verfallszettel hinterm Schreibtisch vorangeln. Der Sound stammt offenkundig direkt aus den unteren Büroräumen des Knochenmanns und es sieht eher so aus, als würden sie sein Geschäft beleben, akustisch lieblich zu vernehmen sind jedenfalls ein Dutzend schmeichelhafte Werbejingles für seinen Börsengang. Und die Presse erst, mit so viel medialem Rückenwind, müssen die Typen doch quasi zwischen Faszination und Ungläubigkeit zerfetzt werden. Selbst jene, die sie unentwegt mit schwedischen Fossilien vergleichen wollen (zu Recht, aber überflüssig) finden da kaum ein Haar in der Suppe. Für mich selbst hat das Zweitwerk der Eingeweidesektierer die Potenz eines südafrikanischen Elefantenbullen, der mit brachialer Gewalt, blinder Geilheit und einem 5. Standbein Bäume zu Sperrholz verarbeitet und Mauerwerk pulverisiert. Das alles um seinem Elefantenkuhharem die Idee vom fremden Grasen auszutreiben. ENTRAIL fahren hernieder wie eine Urgewalt, wer das Donnern am Horizont hört, weiß dass er in Deckung gehen sollte und begreift, dass das völlig sinnlos ist. Auf dem Pfad der Zerstörung wird nicht lang rumexperimentiert, ENTRAIL wissen, welcher Motor am meisten Dreck schluckt, welches Getriebe am lautesten knirscht und mit welcher Lenkung sich die Richtung halten lässt. Die dürfen zur Hölle noch mal nichts an ihrer Fahrweise ändern! Schnallt euch an, reitet den Bullen, tanzt mit Tod Tango, habt Sex und esst Apfeltorte, aber vor allem kauft dieses verdammte Album!
10/10

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