Saturday, September 24, 2011

FETUS IN FETU - Abnormal Disfigurement - Cd / Casket Music


FETUS IN FETU aus Dänemark ist der Moloch, der eine hautlose, vom Erstickungstod dahingeraffte Leiche mit kannibalistischer Notwendigkeit verspeist. Alles klar? Diese Rüpel begeben sich auf einen rücksichtslosen Raubzug in Sachen brutaler Kunst und führen so manches Riff einer nicht ungeschickten Zweitverwertung zu. Aber der Band trau ich nicht über den Weg, die sind meiner Meinung nach in der Lage die kleine Meerjungfrau ins Wasser zu schupsen und in den Tivoli zu pinkeln, was ich als extrem antipatriotisches Verhalten verurteilen würde. Jedenfalls scheren sie sich einen Dreck darum was die eigene kleine, putzige Nation dem Metal hinzuzufügen hat und saugen mit transatlantischem Rüssel vornehmlich die Ostküste des Landes der begrenzten Unmöglichkeiten ab. Weniger kritisch betrachtet haben wir es hier aber auch mit echten „Dänischen Delikatessen“ zu tun. Ehe sie sich länger hinter Metzgermeistern aus der Discountliga verstecken, machen die lieber ihren eigenen Laden auf. Auch wenn es anfänglich schleppend lief, und der Zufall sicher keinen Elektriker zum filetieren in die Kühlkammer gesperrt hat, gelingt es ihnen mit diesem Album die Knochenmühle in Gang zu bringen. Die lokalen Fleischereiprodukte sollten guten Absatz finden, egal aus welchen Quellen sie stammen. Schließlich kommt es nicht unbedingt auf die Sorte sonder viel häufiger auf die Marinade an. Und das was sie aus den selbst ausgesuchten Vorgaben mithilfe der wichtigen eigenen Note gemacht haben, ist mehr als nur ein paar Handkantenschläge in den Nacken wert. Der eigenen Kreativität das nötige Vertrauen entgegenzubringen dürfte sich als nachhaltiger erweisen als nur eine x beliebige Kopie der eigenen Helden zu sein. Selbst wenn man von denen erst mal einen beträchtlichen Anschub benötigt. Aber das ist wohl ganz normal und alles andere als verwerflich. Vielleicht ist der Bandname auch in diesem Sinne zu verstehen, die Band hat sich wie ebenjener Parasitenfötus quakend in den Kadaver seines amerikanischen Zwillings eingenistet. Im Normalfall stirbt der Parasit ab und wird chirurgisch weggemetzelt. Aber sein dänisches Pondon hat zweckmäßigen Nutzen aus der makaberen Affäre gezogen und ein cooles Album aufgelegt, das ein gutes Gesicht in der Riege brutaler Death Metal Bands macht. Mit Groove, Growls, Blast und vielleicht auch peripherem Gegrinde lassen sie den südlichen Zipfel der Wikingernation erzittern, sägen 8 Songs lang tief ins Fleisch biederer Belanglosigkeiten und beweisen eindrucksvoll, dass es möglich ist, trotz großer Vorbilder sein eigenes Schlachthaus zu etablieren und mit blutiger Gewalt sowie viel Spaß am Laufen zu halten. „Abnormal Disfigurement ist ein straffes, gut durchtrainiertes Album, haltet euch ran!
8/10

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