Thursday, September 1, 2011

GORGY - Birth Of Damnation - Cd / Horror Pain Gore Death Prod.


GORGY, ein Wortkonstrukt aus Gore und Orgy, bei so viel Kreativität möchte ich doch gleich das rückwärtige Laufen kriegen. Schon nach dem ersten Song jedoch dreht sich der Kopf wieder in Windrichtung. Verflixt noch eins, die Typen sind richtig gut und zudem fähig zur Selbstironie. In ihrem musikalischen Rucksack schleppen sie so einiges an unverzichtbaren Utensilien für den Death Metal Camper mit. Wer Brutal Death Metal ausführlich als eigenes Revier im Forst des Todes abstecken will, braucht demzufolge CANNIBAL CORPSE, SUFFOCATION als Inspiration und Notration, wenn einem mal nichts mehr einfällt. Außerdem sind einige stabile Zeltheringe aus Slam und Groove von Nöten und zudem zahlreiche fixe, teilmelodische Solis für die persönliche Duftmarke. Mehr bedarf es nicht, wenn man das Spektakel nicht zu ernst nimmt und deren Humor teilt. Jetzt kann das Feuer geschürt werden, Bratwurst und Stockbrot an den Holzsspieß … na ja, sind Amis, nehmen wir lieber Marshmallows und andere Perversitäten, die die sich so zur Herzinfarktprävention einhelfen. Um den ungesunden Schwingungen etwas entgegen zu setzen, werden noch ein paar 6 Packs widerliches Light Bier geköpft und der Regler der Anlage bis Anschlag aufgerissen. Die Musik die aus dem Camp erschallt steht auf überaus festen Füßen, mit unterarmlangen Klauen um zukünftigen Stürmen stand zu halten und allen Anfeindungen auf metaphorische Weise Kehlen und Bäuche aufzuschlitzen. Das dürfte in der Stille der nächtlichen Waldromantik dermaßen scheppern, dass Bäume kreisförmig umknicken, Wildtieren am lebendigen Leib die Knochen pulverisiert werden und die Radioaktivität im Umkreis von mehreren Dutzend Kilometer auf Jahre hinaus ein gefährliches Niveau erreicht. Damit wäre das Rätsel von Tunguska ein zweites mal zu lösen. GORGY ist tatsächlich ein überraschend abwechslungsreicher Bastard raus geschlüpft, den sie jetzt mit der Flasche großziehen. Der Braten schluckt mehrmals täglich Blut von der DEVOURMENT Milchviehweide, goregegrindete Innereien und steht auf modrig mumifizierte Bandagen um sich die verschmierte Gusche abzuwischen zu lassen. GORGY können ungestüm losbrettern und ansprechend musizieren. Tun sie beides gleichzeitig, kommt verdammt gute Musik heraus, die die Möglichkeiten der Kleinholzszene effizient zu nutzen weiß. Für mich besteht kaum ein Zweifel, „Birth Of Damnation“ ist eines der interessantesten diesjährigen Debüts auf diesem Sektor. Ihr werdet euch wundern, was so eine nette halbe Stunde alles anrichten kann. Wenn ihr es besonders heftig mögt und nicht in klischeeverkleisterter Monotonie ersticken wollt, wenn ihr nicht auf Vertrautes verzichten und trotzdem angemessen, ohne langweilige Aussetzer unterhalten werden wollt, dann solltet ihr einer gorigen Orgie nicht ignorant den Rücken zuwenden! Anspieltipp: „Disgorge The Child“ – Killer!
8/10

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