Friday, September 30, 2011

THE HORDE - Thy Blackened Reign - Cd / Stormspell Records


Dem Namen THE HORDE wird die Band aus den „Vereinigten Saaten von Katastrophika“ mehr als gerecht, gebärden sie sich auf ihrem musikalischen Debüt doch wie eine. Ganz Wikingerversessen, wie das bei allen Amerikanern landestypisch zur Erscheinung tritt, wird der Rauschebart und die Kriegsaxt mit heroisch bis rüden Thrashknüppeln in Form geprügelt. Dabei macht die Karawane der Furchtlosen eher den spaßigen Partyeindruck wie in der Trickfilmreihe Quark, wo die ganzen Recken saufend und polternd an langen Holztischen sitzen, von dickbusigen Matronen bedient werden und jeden verzapften Blödsinn noch zu toppen wissen. Weniger tritt harte, kalte und schnöde Tristes zu Tage, regiert von Blut, Angst und Unsicherheit, wie kürzlich in dem glänzenden Streifen „Walhalla Rising“ beschrieben. Das musikalische Konzept setzt sich aus kantigem Hau Drauf Thrash und melodiösem Anschub der Marke IRON MAIDEN zusammen. Dabei hat die Band darauf geachtet, lieber einmal öfter zu trümmern und den Sound nicht allzu perfekt glattzuziehen. So entsteht ein Album, das gut mit seiner Virtuosität umgehen kann, das Augenmerk aber immer wieder auf primitives, ja auch stumpfes Geprügel legt. Letztendlich macht das Zusammenspiel die Suppe fett. Da darf mal ausgiebig heroisch malträtiert, aber auch der Punk an Bord des Drachenbootes angeheuert werden um kurz und kernig primitiv die Balken zu Feuerholz zu zerlegen. Also müsst ihr euch nicht scheuen mit den Patriotismuswikingern auf Kaperfahrt zu gehen, Clankriege auszufechten, Wein, Weib und Gesang zu genießen, Dämonen und Seeungeheuer zu vertreiben, zu plündern, morden, vergewaltigen, den Berserker loszulassen und bei all dem Unsinn jede Menge Spaß zu haben. Musik (Thrash ohne Bay Area Einflüsse) und Thematik sind natürlich nicht unbedingt von Neuweltnormannen zu erwarten, aber der Ami okkupiert auf seinen Missionen für Frieden und Demokratie ohnehin alles, also warum nicht auch so was. Rein akustisch gehört diese Art an verthrashter Randgruppenunterhaltung aber zu uns ins alte Europa. Thor und Odin wird es nicht stören, und mir ist es auch egal wo der „Metalhamer“ zuschlägt, Hauptsache der Schlag sitzt. Ich denke THE HORDE wird euch gefallen, auch wenn man sich erst mal daran gewöhnen muss, dass eine transatlantische Thrash Band vor den Toren Walhallas rumlungert, Yggdrasil ans alte Holz pinkelt und den dürstenden Helden den Met wegsäuft. So funktioniert Metal eben, mit persönlichem Anspruch, lockerer Leine, sauberem Spielriemen, einem starken Navigator und vor allem den ganzen Scheiß nicht zu ernst zu nehmen. Auf diese Weise, scheint mir, entstand eine recht unterhaltsame Scheibe, der die Lockerheit und Trinkfestigkeit ihrer Verursacher anzumerken ist. Wer gern mit dem schartigen Schwert auf dem Schlachtfeld moshen möchte, dem sei „Thy Blackened Reign“ in die schwieligen Pranken gelegt.
7/10

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