Tuesday, September 20, 2011

INNER SANCTUM - Christi Testamenta - Cd / Mechanix Records


INNER SANCTUM, vor 22 Jahren gegründet und doch nur übern´ Gartenzaun bekannt, Black / Thrash auf dem Zettel aber eigentlich doch nicht, ursprünglich aus der grünen Hölle von Uruguay und doch auf dem ganzen Planeten verteilt wie Haare auf dem Rücken von Vorruheständlern. Das mit der relativ erfolglosen Langlebigkeit lässt sich vielleicht erklären, denn die Band war zwischenzeitlich mehr als transparent, so dass sie einfach verschwand und den Weg der Reformierung gehen musste. Und erfolglos?, möglicherweise ist dem gar nicht so und Uruguay einfach nur ein Land, von dem man keine Metal Karriere starten kann. Musikalisch zumindest hätte mehr Aufmerksamkeit Bestandteil ihres Rumexistierens sein müssen. Gewöhnlicher Black und Thrash Metal greift nämlich gar nicht so richtig. Viel mehr spielen sie mit Elementen aus der klassischen Schiene, nur eben roher und tiefer und mit einem Sänger, der den Hass mit Rasierklingen geschluckt hat. Das kann nicht darüber hinweg täuschen, dass der Prinz der Finsternis höchstselbst Einfluss genommen hat, sowohl aus seiner Zeit beim schwarzen Sabbat als auch mit seiner Solokarriere. So bestehen INNER SANCTUM viel mehr aus griffigen Gitarrenriffs und melodischen Solis als aus kaltem und schwarzem Stahl. Da gibt es Bassparts die versuchen einen tatsächlich einzulullen wie warmer Honig in Milch. Würde der Frontmann nicht in einer Tour so rumspucken, ginge die Musik ganz deutlich in eine viel rockigere Richtung. Also, INNER SANCTUM ist im Grunde genommen eine typische Heavy Metal Band mit breitem Sound und schwarzem Anstrich, eine Band der es gelingt Riffs zu komponieren, die sich schnell anschmiegen wie die liebgewonnene Winterjacke, die aber auch eine ganze Scheibe um einen einzigen Song spulen wie Seide um die Spindel. Und dann wir halt variiert, gezogen und gezerrt bis es für das komplette Album reicht. Ist ja auch nicht schlimm, wenn das Ergebnis eine gesenkte Erwartungshaltung um Längen schlägt. Dazu passt die Verbindung zu CELTIC FROST (covern „Return Of The Eve“) ganz gut. Das bemerkenswerteste aber ist ihre Version von „Heaven On Their Minds“ aus Jesus Christ Superstar, darauf muss erst mal einer kommen und es dann noch so sorgfältig und mit dieser immensen Härte umsetzen. Also, INNER SANCTUM haben mehr zu bieten als sie selbst propagieren und dürften mit diesem Album durchaus ihre Nische finden. Der Band ist mit „Cristi Testamenta“ sicher kein Quantensprung der Musikgeschichte gelungen, mit dem Überraschungseffekt den ihre Musik jedoch inne hat, erheben sie sich aber mit breiter Brust über den Rand des Genres hinaus. Nur dem Heiland selbst dürfte die Auslegung seines Testaments schwer auf die Eier gehen! Gut gemacht.
7/10

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