Thursday, September 29, 2011

PATHOLOGY - Awakening To The Suffering - Cd / Victory Records


Unruhige Zeiten sind das gewesen letztes Jahr, für die pathologischen Schnitter. Aber umso gestärkter scheinen sie nun ihr 5. Album präsentieren zu wollen. Größte Bereicherung ist eine 2. Gitarre, die der ohnehin schon bestehenden meterdicken Wand das inspirative Graffiti verpasst und neben all dem brutalen Gehirnmus mit nur wenigen Noten unterschwellige Melodien über die Grenze schmuggelt, wie der Heimlichdeutsche seine polnischen Fluppen. Mit beängstigender Präzision schiebt die Band um Dave Astor jährlich eine neue Scheibe nach, so als würden sie sich die am Fließband stanzen lassen, nur klingt sie eben nicht wie ein Massenprodukt. Und das ist in heutiger Zeit gar nicht so einfach, da brutale Schredderaspiranten zuhauf die lokalen Sümpfe verlassen wie die Mücken, nur um woanders einen Stich zu landen. PATHOLOGY hingegen haben Titanstachel, lang wie Flaschenhälse und der Saugkraft einer umgepolten Schiffsturbine. Daran hat sicher auch der neue Sänger (lach mich schlapp – klingt definitiv nach 100 gleichgezogenen Toilettenspülungen!) seinen Anteil, wenn der aus finstersten Tiefen anatomischer Unkenntnis Töne an das Tageslicht lockt. Töne, deren Existenz lange Zeit für unmöglich gehalten und nur theoretisch diskutiert wurde, wie Wurmlöcher, der Yeti oder die Verträglichkeit von Mayonnaisesalaten. Eine solche Scheibe mit all ihren ekligen Zutaten macht unbedingt Freude! Ich habe schon Leute mit Düsenstaubsaugern kämpfen sehen, die weniger Spaß hatten.

Unter den Vakuumcleanern neuerer Ordnung sind PATHOLOGY sicher einer der Marktführer. Mit dem PATHOLOGY saugt ihr aufgrund seiner immensen Umdrehungszahl alles im Umkreis eurer bierschwangeren Szene ein, gleichzeitig ist von Partyspielchen abzuraten. In ein solches vakuumverdächtiges Saugrohr steckt man nichts ungestraft rein, schon gar nichts organisch Empfindliches. Turbodüse, Bodendüse, Parkettdüse, alles dabei, und genau genommen seid ihr das. Die Band wischt mit euch den Boden auf, wenn sie erst mal losgelassen. Natürlich verfügt das Geschoß auch über eine elektronische Saugleistungsregelung, ich empfehle aber die höchste Stufe für den maximalen Effekt. Hätte der rote Mann seinerzeit schon so etwas besessen (und eine Steckdose), wäre das Skalpieren weniger rituell, dafür effizienter gewesen. Den Schnorchel richtig platziert und schwupp!

PATHOLOGY haben definitiv was spezielles, sind in der Szene nicht zu Unrecht ganz weit vorn im Rennen, jetzt fehlt nur noch der Schritt auf den Kontinent. Na, die alte Dame Europa wird sich bedanken, bei all der krisengebeutelten Selbstbeweihräucherung und Katerstimmung auch noch amerikanische Hobbypathologen zu verkraften, daran hat sie schwer zu schlucken. Begnügen wir uns erst mal mit dem Album, bevor uns der Brocken im Halse stecken bleibt. BrutalDeathSlamBlastgurgelbrääääääääää……………
8/10

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