Monday, October 10, 2011

ACHREN - The Forgotten King - Cd / Ceol Dorchas Productions


Die Musik von ACHREN ist nicht wirklich spektakulär, sondern wohl eher ein bodenständiges Konglomerat aus Death/Thrash und Black Metal mit mittlerer Pace und düster melodischen Arrangements. Dass die Band nach was weiß ich wie vielen Jahren und diversen, Demos, Singles und Ep´s jetzt erst mit einem vollen Album winkt, spricht auch nicht zwingend für eine Truppe, die von der Muse geküsst wurde. Trotzdem ist das Ergebnis, auch wenn es etwas bieder und doch recht gewöhnlich klingt, nicht das schlechteste. Dafür muss man es aber lieben, eine stumpfe Axt durch Fleisch und Knochen zu treiben. Und das auf eine völlig unprätentiöse, schnörkellose Art, direkt ins Mark. ACHREN setzten sehr auf den Old School Gedanken, der Gesang ist eine Mixtur aus Screams und Growls, Schlagzeug etwas monoton und die Gitarre sägt etwas altbackene aber funktionelle Riffs. Alles in allem ist das Songwriting stimmig, lässt aber auch den nötigen Ausbruch aus dem zu geraden Gleisbett vermissen. Die besonderen Stärken von „The Forgotten King“ liegen in den melodiösen Abschnitten, die die schartige Monotonie sehr gut auflockern. Da weiß dann ein Song wie „Manuel´s Mile“ durchaus zu überzeugen. Jener bewegt sich in seiner Grundidee im Schatten schwarzmertallischer Versuchungen, glänzt aber mit immer wechselnder Leadgitarre durch eben jene melodischen Farbtupfer im sonstigen Höllensud. Das Wechselgebell der Mikrofonköter ist dabei auch etwas mehr als nur passendes Beiwerk. „Darkest Day“ hingegen finde ich über seine Gesamtspielzeit wieder recht langweilig, denn hier dreht sich die melodiöse Grundidee zu oft um sich selbst. Generell nimmt das Album in seinem Verlauf etwas an Fahrt zu, verdrängt die Death Metal Anteile zwar, macht den Rest aber zu einem fies schwärenden Nieten und Feuer Spektakulum. ACHREN gelingt es nach verhaltenem Start die Hunde, nun nicht gleich von der Kette zu lassen, aber den stählernen Leinengurt der Bestien um einiges zu verlängern. Der Radius der schottischen Zerberusse vergrößert sich und lässt ihre Fänge effektiver und weiter gefächert zuschnappen. Auch wenn ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Fan dieser musikalischen Blasphemie werde, zolle ich den Umtrieben der gälischen Bastarde doch meinen Respekt. Respekt für Standhaftigkeit und den ungetrübten Glauben, dass Metal immer noch für Individualismus steht. „The Forgotten King“ ist kein wirklich überraschendes, aber sehr souveränes und ehrliches Werk, eines, das den Schwingen des Krieges mit ihrer kreischenden E – Gitarre folgt, von den Kadavern der Gefallenen lebt, aber nicht zwingend in erster Reihe am Blutvergießen beteiligt sein muss. Ihr steht auf straffes aber unaufdringliches Riffgeschmetter, klassische Solis, nackenfreundliches Tempo und eine gehörige Portion echter Metal Essenz, dann passen ACHREN in die Lücke eures Cd Regals. Wenn ihr aber modernen Frischluftmetal sucht, dann lasst es.
6/10

No comments:

Post a Comment