Monday, October 17, 2011

PAGANIZER - Into the Catacombs - Cd / Cyclone Empire


In einem Paralleluniversum ist Rogga Johansson ein musizierender Oktopus, der sich mittels Mitose fortpflanzt und Bikini Bottom als Solokünstler in 10 Bars gleichzeitig rockt. In unserer Welt muss er sich mit dem Status eines normalen Schweden abgeben, der zu viel Zeit in einem zu kurzen Leben hat. Aber das ist auch ein typisches Syndrom bei den Nordlichtern, wenn du auf Metal stehst, dann gehörst du auch in mindestens 2 Bands und deshalb ist jeder Metalfan Musiker und der einzige Grund dort Shows zu besuchen, ist der, die ungeliebte Konkurrenz misstrauisch zu beäugen. Der gute Rogga wird da keine Ausnahme sein, wenn er denn überhaupt dazu kommt, das miefige Studio zu verlassen. Bei der Veröffentlichungshast des Meisters sollte es niemanden wundern. Gut, hier liegt also die neue PAGANIZER und wen überrascht es schon, dass es wenig überraschend klingt. Das ist Roggas´ GRAVE Seite und da spielt er alle Karten aus, ohne das Blatt zu überreizen. Starke Songs, dicke Produktion und ein lyrischer Albtraum. In diesem werden scheinbar Thors´ Hammer und Lovecrafts´ düstere schleimige Kreaturen zusammengemischt bis der absolute Unwahrscheinlichkeitskoeffizient in seinem Quadrat an der Wurzel des Übels zieht. Ich hoffe fest, dass die nordischen Götter diesen Mythenclash mit Contenance nehmen, denn wenn deren Zorn erst mal entfesselt ist, regnet es brennende Dynamitstangen auf Gamleby. Dann helfen weder Gebete, Jungfrauen noch nacktes nächtliches Getanze um Birken auf hügligen Lichtungen. Das mag verwirrend sein, die Musik ist es weniger, denn die bleibt berechenbar. Du kriegst was du verdienst und das ist ein trockenes schwedisches Stampfballett mit tiefen Gitarren, nicht eben revolutionären Riffs, souveränem Getrommel und einem Rogga der growlt als hätte er den Mund voller heißer Kürbissuppe. Wer die vorangegangenen PAGANIZER Scheiben kennt, der weiß das das Prinzip der bleibeschwerten Kettensägenattacken unumstößlich ist, weil schwere Midtempospasmen durch Muskelfleisch zucken und der Nacken in gleichmäßigen Bewegungsrhythmen den meist oben auf sitzenden Schädel ohne größere Komplikationen bis ans Ende des Albums kreisen lässt. Eben diesen Fakt sollte der PAGANIZER Konsument zu schätzen wissen. Auch wenn die Songs dem einen oder anderen vielleicht nicht mehr das ganz große Spektakel versprechen, wenn man sich etwas vorbeugt und mal genau hinhört, dann ist das Surren der musikalischen Vorväter immer noch allgegenwärtig, die Musik immer noch punktgenau und von BOLT THROWER bis CARNAGE alles im Topf. Wer nicht den großen Wurf vorausgesetzt hat, bekommt ein weiteres, durchaus mit Überzeugungskraft, aber vor allem gewichtigem Totmetall beladenes Schlachtschiff, das auch hohem Wellengang trotzt und seinen Zielhafen in Schutt und Asche legt. „Into The Catacombs“ gehört ans Tageslicht gezerrt!
7/10

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