Saturday, October 15, 2011

PERVERSITY - Ablaze - Cd / Lavadome Productions


Wer ist er denn schon, der Slowake. Erst war er drauf und dran unseren schönen Traum vom Großreich Europa zu kippen, weil er seine patriotische Pflicht nicht erfüllen wollte und sich verweigerte ein paar lächerliche Milliarden zur Stabilisierung von Demokratie und Freiheit zu opfern. Nur gut, dass deren Regierung wie überall funktioniert, dass Volk für unmündig erklärt und im internen Machtkampf das Ruder Richtung Stromschnellen herum gerissen hat. Jetzt steht dem gemeinsamen Badespaß nichts mehr im Wege. Gleichzeitig aber lässt der seine Langhaarigen über die grüne Grenze und deren Absichten sind viel abartiger und geschmackloser, aber vor allem gar nicht so leicht zu ergründen. PERVERSITY zum Beispiel, die kämen quasi Undercover in die Kernzone von Recht und Anstand, wären sie so schlau gewesen, den Namen etwas zu verifizieren. Label, Design und Besetzung tauschen sie ja wie die östlichen EU Nachbarn frisch umgelagerte Autoteile. Mit „Ablaze“ startet ein neuer Versuch, dem unvorbereiteten Heavy Metal Fan teuflisches Textwerk rückwärtig unterzuschieben und somit die Stabilität unserer Jugend zu gefährden. Mit diesem fiesen Gift in den Adern wollen die morgens nicht mehr zur Arbeit und abends nicht mehr für die Oma einkaufen. Dann gammeln die den ganzen Tag nur herum, trinken Alkohol, rauchen und haben ungeschützten Sex mit Tieren. Das käme einem Werteverfall gleich, der unser System in seinen Grundfesten erschüttern würde. Auf diesem Wege hätte der Slowake dann doch noch der alten Tante Europa, quasi von hinten einen verbraten. Gut, das ist rein spekulativ, es ist durchaus auch möglich, dass PERVERSITY einfach nur Musik machen wollen, ganz ohne perfide Absichten, lediglich um der Sache willen. So betrachtet ließe ich mich auch überzeugen, das Album zu empfehlen, immer vorausgesetzt mich nicht zum Handlanger dubioser Subjekte mit unlauterem Animus zu machen. PERVERSITY stehen weiter für amerikanischen Ostküstentod, was den Zugang für unsere Jugend zu ihrer Musik einfach macht. SUFFOCATION, IMMOLATION und ähnliches sind die Säulen des perversen Schaffens, meistens schreddert uns gesund technischer Gaspedalmetal an die Backe, es geht aber auch genauso gut zäh und morbide. Manchmal mag es etwas schartig und ungeschliffen wirken, aber bei einer Band die auf solche Weise die alte Schule bedient, ist das Absicht. Anerkennenswert auch, dass sie ihre Songs nicht einfach hintereinander wegtrümmern, sonder das eine oder andere Interlude zulassen, ob es nun sägendes Gitarrenwerk ist oder das Piano aus der Friedhofskapelle, spielt eine untergeordnete Rolle, wichtig ist Kreativität. Schon der Beginn des Albums mit seiner breiten Bassspur, hat einen extra Coolness – Punkt verdient. PERVERSITY ist mit ihrer Nummer 4 ein wuchtiges Stück Blei in den Ausguss gefallen, das es lohnt durch dunkle, feuchte Kanäle in den Rest der Welt gespült zu werden. Und ehrlich gesagt, Scheiß auf Destabilisierung!
8/10

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