Thursday, October 13, 2011

SLASH DEMENTIA - Race Against The Machine - Cd


Den Bandnamen hat das finnische Chaosquartett offensichtlich bei CARCASS und ihrer legendären Schlachtplatte „Symphonies Of Sickness“ entliehen. Der Albumtitel selbst weist auf eine Band ganz anderer Kleidergröße hin. Musikalisch tendiert der Vierer eher zu ersteren, wenn auch rudimentär. Denn das erwähnte Chaos findet statt, ohne plakativ mit menschlicher Anatomie und deren korrekter altgriechischer Terminologie zu protzen. SLASH DEMENTIA ist stubenreiner Grindcore und Punk mit nötiger „Celeritas“. Lediglich das Intro lenkt die Erwartungshaltung in eine gänzlich falsche Richtung. Alles andere ist ein wirkliches „Cupidos“ Geschoß, zielsicher platziert. Wohl aber eher nicht um Herzen zu brechen sondern Nacken und Schädelkarlotte. Marginal auftauchende, groovige Akkorde Riffs werden im Handumdrehen an die Wand genagelt und zerplatzen im kakophonischen Duell von Gesang und Schlagzeug. Gitarre und Bass sind schön weit unten und sollten auch da bleiben um den Druck aufrecht zu erhalten und den Kessel nicht abkühlen zu lassen! SLASH DEMENTIA wäre der optimale Soundtrack für den nächsten CRANK Streifen, diesmal würde sogar Jason Statham endgültig die Puste ausgehen. Da kann der sich von mir aus einen Atommeiler in seinen Arsch schieben und ein ganzes nymphomanisches Cheerleaderballett in aller Öffentlichkeit begatten, auf den Schwingen einer Boeing reiten, tausend Feinde mit seinem irren Blick paralysieren und experimentelle Drogen schlucken, wie andere Kartoffelchips, seine Begleitmusik würde ihm trotzdem den Gar ausmachen! So viel rohes Gebretter mit Bleifuß über ungepflasterte Straßen setzt viel zu viel Adrenalin frei, als dass irgendein Drehbuchspinner seinen Protagonisten da heil wieder raus schreiben könnte. Die 4 Musiker sägen ohne Unterlass am Erbe lebender und toter Grindinstitutionen, NASUM, ROTTEN SOUND… sowie Crustpunx der ersten Generation… DISRUPT, SKITSYSTEM, DROPDEAD. Primitive und effiziente Krawallunterhaltung gehobenen Geschmacksspektrums, so was kann man nicht links liegen lassen. Schön zu hören auch, dass der gute Opa Rock´n Roll immer noch die zentrale Feste auch dieser Band ist, rockt doch „Rabies Babies“ mit markanten Hooks, ansatzweise wie MALIGNANT TUMOUR, nur ohne komödiantisches Talent. Für den Song und auch die meisten anderen reichen 3 Akkorde völlig aus, um zumindest Punktsieger beim Radaukontest im Domus Insanus zu werden. Bei so viel Aggression hält die beste Zwangsjacke nicht und jegliche Psychopharmaka verstärken die wutsteigernde Raserei nur noch. Solltet ihr euch also ab und an unwohl fühlen und der „gelbe Laufzettel – Verteiler“ deckt euch mit verschreibungspflichtigen Smarties ein, dann verzichtet zu eurem eigenen Wohl auf den Konsum dieser Scheibe. Solltet ihr jedoch gern gutgemeinte Warnungen in den Wind schlagen, könnt ihr das Album legal von meiner Downloadseite ziehen … oder irgendwo anders, ist von der Band so gewollt. http://www.myspace.com/slashdementiagrind
7/10

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