Thursday, November 17, 2011

ABHORDIUM - When Depravity Incarnates - Cd / Eigenproduktion



ABHORDIUM ist ein finnisches Gespinst aus blastendem Death Metal, ambienten, schwarzen Versuchen und der deutlichen Abstinenz an finanziellen Mitteln um der Produktion den nötigen, feuchten Bums zu geben. Sie versuchen sich ganz passabel an der Peripherie von Bands wie NILE aber auch DECAPITATED, haben aber auch noch eine Menge Bahnen im Haifischbecken zu bewältigen, bis sie da angekommen sind, wo andere schon das Handtuch um den Kadaver geschlungen haben. Auf diesem Weg erwartet euch ein atmosphärisches bis gnadenlos prügelndes Drama, das nicht wirklich Fuß fassen kann, da es unter anderem keinen wirklichen Support vom Sound bekommt. Dem fehlen nämlich einige Einheiten an Druck im leicht abkühlenden Kessel. Damit geht auch einiges an Authentizität flöten. Auf diese Weise klingen die Riffs der Leadgitarre eher so wie schales Büchsenbier schmeckt, denn sich der Herausforderung zu stellen ein frisch gezapftes vom Tresen zu klauen. Schlussendlich wird es darauf hinaus laufen, dass die 4 finnischen Jungs ein durchaus respektables erstes Album aufgelegt haben, sie aber in den heranstürmenden, stahlbewehrten Armeen anderer Releases, wenn auch nicht zertrampelt, so doch höchstens mit getrieben werden. Um bestehen zu können, bedarf es eines stärkeren innovativen Geistes, nötige finanzielle Mittel oder aber der Sprung auf den Zug eines momentanen Trends. Das alles fehlt ABHORDIUM, oder aber sie wehren sich gegen Gleichmacherei, das ist auch möglich. Auf der Trasse, auf der sie sich durch ihre finnischen Wälder pirschen, wird ihnen der Erfolg jedenfalls nicht vergönnt sein, und das vorhandene Talent kaum erkannt werden, egal, sollen sie nur. Leider gehen somit auch die positiven Seiten verlustig, das großartige Schlagwerk - Massaker zum Beispiel. Der Kerl hat den Bogen raus und verdrischt Rentierfelle heftiger und präziser als es andere Drummer auch nur im Kopf zusammen kriegen. Und auch das Songwriting an sich hat einiges an Höhepunkten zu bieten, „Circulation of stygian wings“ zum Beispiel erweist sich als astreiner, Hochgeschwindigkeits – Nackenbrecher, mit leider verkorkstem Mittelteil. Und da kränkelt es eigentlich am meisten. Die fühlen sich scheinbar gezwungen bei so ziemlich jedem Song irgendwann mal von der Pace zu gehen, damit belangloserer Einheiten, wenigstens partiell, das Ruder übernehmen können und die Stücke an den Rand der akustischen Verunglimpfung führen dürfen. Zudem setzt dann noch diabolisches Kreischen ein, dass die Krähen von den Linden vor meinem Fenster vertreibt. Dann lieber so einen Start wie in „Chaos Mantra“, da hat der akustische Freilauf wenigsten Wiedererkennungswert, auch wenn er nah an gewissen amerikanischen Ägyptologen angepflockt ist. Mehr Mut zu einer rigoroseren Marschrichtung würde ABHORDIUM sehr gut tun. Echter Death Metal braucht mehr Feuer unter der Haube, einzig gute Absichten interessieren niemanden. http://www.abhordium.com/
5/10

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