Saturday, November 12, 2011

BASTARD PRIEST - Ghouls Of The Endless Night - Cd / Pulverised Records


BASTARD PRIEST erhalten die Auszeichnung „Bewahrer und Verteidiger des einzig aufrechten Glaubens“, von der Death Metal Universität Stockholm. Diesen Schulterschlag haben sich zwei Asselpunks verdient, weil sie in ihrem jugendlichen Leichtsinn auf kulturhistorischer Ebene großes vollbracht haben. Sie stellen sich mit wehenden Fahnen und bleibestückten Schusswaffen in den Dienst einer Musik, die die schwedische Szene in den ausgehenden 80ern prägen sollte und heute noch immer, und sogar mehr, an treuen Gefolgsmännern rekrutiert als einst vorstellbar erschien. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die beiden genau zugehört und festgestellt, dass es einst und also auch heute nicht von Belang ist, wie ausgefeilt ein Musiker auf der Überholspur fiedeln muss, solange er seine Töne (einigermaßen) trifft, und mit stumpfen, knarzigen Selbstbewusstsein dem Zahn der Zeit in den Nerv bohrt. Selbst wenn die 2 den Eindruck vermitteln, mit dem Esel verwandt zu sein, der mit stoischem Gleichmut den Holzpflug in gerader Linie über den staubigen Acker zieht, und zu bocken anfängt, wenn irgendjemand sich einbildet einen Richtungswechsel verlangen zu können, sollte das ihrer Reputation eher nützen als schaden. Das Vieh trabt nun mal nur in eine Richtung, und sein Starrsinn ist weltberühmt. Genau so gehen BASTARD PRIEST ihr Werk an, unbeirrbar, fest im Glauben. So freut es uns, wenn es statt Technik, rumpelt, statt Melodie Friedhofsflair, statt Schweinegrowls die Stimme aus dem Grab und statt Blast inquisitorische Folterprügel gibt. Im Verlauf des aktuellen Albums schiebt sich ein gewisser Anteil an morbiden und zähen Parts ein, gruseliger Scheiß von der Art, die Tote mit Klauenfingen an Grabplatten zerren lässt, solche die dem Tempo des klassischen, nach Menschenfleisch gierenden Zombies entspricht. Wenn die Leadgitarre den Mond anheult wie einst der Werwolf die Jungfrau und leichenfressende Ghoule schmatzend den lokalen Todesacker abfrühstücken, dann ist es Zeit den verdammten Bastard von einem Priester aus seinem Gefängnis zu befreien und den Kampf gegen die Schemen der Nacht aufnehmen zu lassen. Dazu dezent eingeschobene Soundsampel und das Gefühl, das eigene Ende schwebt wie fetter Nebel am Horizont, und das pure Grauen vor der unbekannten Gefahr haftet sich im Hirn an, wie Teer unter den Schuhen. Spooky! Wahrlich, den Ritterschlag haben sie sich verdient, die zwei Jungs, sind sie doch einfach losgestürmt und haben etwas angerichtet, dass die einen in den Wahnsinn treibt, und sich die anderen mit orgastischen Zuckungen in feuchte Friedhofserde wühlen lässt. BASTARD PRIEST haben das Potential zu polarisierten, auch wenn sie nur Radau machen wollen. Der ist einfach zu gut gelungen, und zwar weil er simpel, gar primitiv und ungemein direkt und erdig ist. So hat Death Metal einst begonnen und so sollte er unseren Nachkommen hinterlassen werden! Amen!
9/10

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