Wednesday, November 16, 2011

CARNIFEX - Until I Feel Nothing - Cd / Victory Records


CARNIFEX gehören ganz sicher zu den Top Bands der Deathcore Szene, mit all ihrem Highspeed – Melo - Breakdown Krempel und was sonst noch zu dem Baukasten gehören mag, aus dem sich die Kiddies von heute ihre eigene Version vom Metalverständnis zusammen pappen. Aber eins muss ich CARNIFEX auch lassen, die wissen schon unter welcher Eiche Schatten sie geschlüpft sind. Und so entstehen, wenigstens zum Teil, Songs deren Bindung an ursprünglichen Death Metal zumindest zu erahnen ist. Zugute kommt ihnen auch, dass sie nicht nur mit Ihresgleichen den Planeten unsicher machen, sondern auch mit alten Hasen auf die Bühne gehen und so ihren Horizont erweitern. Wenn es die Musik auch nicht unmittelbar zu beeinflussen weiß, eröffnet es doch eine größere Fanbase und so einen lukrativeren Markt. So wuchtig das Album vorgetragen ist, so leichtfüßig wirkt das Wechselspiel aus Stimmen und Tempo, vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt, deren Ausgang im ungewissen liegt, aber wo die Papiertüte zwischen den Schenkeln wenigstens beruhigend wirkt. Das dabei „nur“ die üblichen Elemente einer Schublade genutzt werden und diese in ihrer Führung manchmal knarzt, war zu erwarten. Denn bei aller Souveränität in punkto musikalischen Durchsetzungsvermögens, ist der Einfallsreichtum der Band auch nicht unbedingt Lichtjahre entfernt von anderen Adepten wie WHITECHAPEL oder ALL SHALL PERISH. Austauschbarkeit ist jedoch wahrlich kein Phänomen, das nur auf diese Szene zutrifft. Was mit gefällt, ist, dass CARNIFEX ein weiteres kompromisslos brutales Album zu produzieren in der Lage sind und auch nach intensivem Touren immer noch keinen Riss in der metaphorischen Sollbruchstelle aufweisen. Die reißen einfach weiter mit gleichem konstantem Zug an ihrer bandinternen Stahltrosse, als gäbe es kein Morgen. Mit so rigorosem, beinahe sturem Vorgehen macht man sich wahrscheinlich auch unempfindlich gegen Einflüsse von außen. So dürft ihr euch auf ein weiteres Album der Amis freuen, bei dem euch im Vorfeld klar sein wird, womit eure Gier befriedigt wird und das überraschungsarm in diesem Falle effizient bedeutet. Wer damit leben kann und sich von einer mehr als heftigen Produktion beeindrucken lässt, der sieht über mögliche kreative Mankos gern hinweg, Hauptsache es knallt! Und auch „Until I Feel Nothing“ wird reißend Absatz finden, egal wohin die Meinungen tendieren, die Knaben stehen schließlich nicht umsonst da oben. Ich sollte nun aber aufhören, die Scheibe durchlaufen zu lassen, sonst erreicht die Bedeutung des Albumtitels meinen inneren Cortex und ich sehe mich gezwungen, den ganzen Müll hier umzudichten.
7/10

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