Thursday, November 24, 2011

DEAD - Hardnaked But Dead - Cd / FDA Rekotz


Wofür steht Nürnberg? Für das Nürnberger Ei, das uns die Hektik und die deutsche Plansicherheit gebracht hat? Für Parteitage die den Verantwortlichen heute noch aus dem Arsch bluten sollten, wären sie nicht längst vertrocknet? Für Prozesse, die die Stadt einst in einen Fokus gerückt haben, den sie gar nicht gesucht hat? Oder für Christkindlmarkt und beschissene Lebkuchen um mit Friede, Freude, Eierkuchen alles wieder gerade zu rücken? Kompletter Mumpitz, zumal heute alles politisiert wird und die Stadt einen Repräsentanten auf der globalen Bühne braucht, der sich den öffentlichen Themen der Zeit stellt. Wie wäre es da mit der Hausband DEAD, sind ja schließlich Inventar der Stadt! DEAD stehen zum Beispiel für Frauenquote, etwas das sich gutbetuchte Schlipsträger gern als Lippenbekenntnis in die Vita schreiben. Aber DEAD tun etwas dafür, habe nach Mel Gibson kaum mal jemanden erlebt, der ein wirklicher Frauenversteher ist. Liegt wohl daran, das Mr. Dany Dee Ranger seine feminine Seite (bloß nicht krumm nehmen, gebe nächstes mal einen aus) in den Kampf für Frauenparkplätze vor Getränkemärkten, essbare Unterwäsche und Nacktputzen in öffentlichen Toiletten führt. Frauentausch steht übrigens auch ganz oben auf der Agenda, und zwar soll die Ausstrahlung vor 23.00 Uhr unter Strafe gestellt werden, um Appetit und Fortpflanzungstrieb ohne Viagra langfristig zu garantieren. Das wird sich als sicherer Plan gegen die Überalterung der Nation erweisen. Dieses Vorhaben lässt sich mit der Musik auf „Hardnaked But Dead“ glänzend umsetzen, hat sie doch dermaßen Groove und Schwung in der Hüfte, dass der nötige Bewegungsspielraum und entsprechendes Training für einen erfolgreichen Koitus prima beübt werden kann. Kein extremes Gekloppe, das uns in den Rhythmus sexuell bestrafter Karnickel auf der Flucht verfallen lässt. Nee, wir dürfen es dem King gleich machen und das Becken wie alte Rock´n Roller kreisen lassen. Auch da wird die Frau ihren Vorteil schnell erkennen, denn sie mag den Verwöhngang doch gewiss mehr als immer nur hart und schmerzhaft mit dem Kopf gegen den Heizkörper gerüttelt zu werden. DEAD stehen ganz in der Tradition der alten Helden, die einst noch mit gefetteter Locke unter den Petticoat durften. Zumindest im Geiste! Aber ohne die würden auch die Franken keinen Stich landen und im Rhythmus der Großeltern schunkeln, wie wir alle. DEAD sind das repräsentativste Aushängeschild für eine neue Politik aus Nürnberg, weltoffen, feministisch, verständnisvoll und aufrichtig bei der Sache. Um die stets nur guten Absichten der 3 jungen Musiker zu unterstützen, etwas das euch ein dringendes Anliegen sein sollte, würde ich für den Erwerb des neuen Albums plädieren. Scheiße, ist das Ding geil … feucht, warm und ganz gegen den Trend auch haarig! … Oder hätte ich euch wirklich was über die Musik erzählen sollen? Ihr spinnt wohl, das sind DEAD! Erschienen diesmal bei FDA Rekotz, nachdem sie ihrem Thüringer Vorgängerlabel nicht genug Geld in den Sack gespült haben (munkel, munkel).
9/10

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