Friday, November 11, 2011

HEDON CRIES - The End Of The Path Is Nigh - Cd / Eigenproduktion


HEDON CRIES schwanken zwischen düsteren Absichten und fröhlicher, melodischer Unvergänglichkeit. Wie ein breitbeiniger Ritt auf zwei Eisschollen, kann sich der Depp, der Gefahr läuft ins kalte Wasser einzubrechen, nicht entscheiden auf welche er nun springen soll. Aber HEDON CRIES sind Griechen und das sagt in heutiger Zeit eine Menge. Auch mit dem Sparen haben sie es nicht so, sie tragen nämlich in beiden Richtungen dick auf. Trotzdem werfe ich dem Ergebnis vor, eher durchwachsen bis gefährlich nahe an der Grenze einer Schlaftablettenwirkung zu sein, als für ein tatsächlich gelungenes Werk einzustehen. Und wenn der Pfad laut Albumtitel fast zu Ende sein soll, dann können sie eh einpacken und den letzten Sirtaki in den staubigen Boden der Akropolis steppen. Das Album ist bis zu einem gewissen Punkt gut gelungen, kommt auf Dauer aber zu selbstverliebt rüber und verliert schnell an Schwung. Ein Death Metal Album melodischer Prägung darf auch ruhig mal Dampf machen, Fahrt aufnehmen und die Scheune abfackeln. All das fehlt auf „The End Of The Path Is Nigh“, und wird ersetzt durch wenige leicht metalcorige Riffs (bei den schnelleren Parts) und viel schnuckelige, tränenüberströmte Instrumentenqual. Da möchte man manchmal nicht mehr leben, so drückt das aufs Gemüt. Was bleibt ist ein gewisses Maß an Mittelmäßigkeit, womit sich noch niemand an den Haaren aus dem Dreck gezogen hat. „I Hate You“ zum Beispiel, das ist ein Titel der assoziativ mit Aggression und echtem, musikalischen Gewaltausbruch in Zusammenhang stehen sollte, aber die Sonne scheint mir aus dem Arsch, wenn ich bei solch übermelodiösem und kuschligen Tönen jemanden hassen sollte. Bitte verschont mich. Stellt sich mir die Frage, wie man so viel Weichspüler hinter kippen kann um sein Talent dermaßen gekonnt an die Wand zu setzen. Vielleicht drückt bei dem Vierer auch der genetische Code der Ahnen stärker durch als bei anderen. Obwohl vom kriegerischen Eroberer nicht viel übrig geblieben ist, haben die angeblich alle nackt Sport getrieben, sind sonst in kurzen Röcken flanieren gegangen und mit der Geschlechterrolle haben sie es bekanntermaßen nie so ernst genommen, nicht mal ihr größter Feldherr. Verflixte Lustknaben. Irgendwie scheinen HEDON CRIES das alles in ihre Musik aufgenommen zu haben, inklusive hintergründigem Schwertgerassel, das ich gar nicht absprechen will. Da es aber Fakt ist, dass die Band nur alle 4 Jahre ein Album zuwege bring, ist bis 2015 Ruhe und bis dahin hat uns der große Meteor oder was auch immer längst verschluckt. Ich will das Album nur jenen empfehlen, die ausschließlich auf melodischen Death Metal stehen und vor guten Riffs weglaufen, die sich früher in ihrer Kuschelrocksammlung für die härtesten gehalten haben. Das Album gibt es als legalen, kostenlosen Download und die werden schon gewusst haben warum. Findet ihr auf meiner Downloadseite.
4/10

No comments:

Post a Comment