Friday, December 30, 2011

BLOOD MORTIZED - Bestial - Ep / Chaos Records


Im Zuge der wohl in Bälde zu erwartenden Langrille der Schweden von BLOOD MORTIZED hat sich deren mexikanisches Label noch einmal ihrer Ep angenommen und mit einem zusätzlichen Track neu aufgelegt. Wer es nicht kennen sollte, den erwartet eine etwas zu saubere und innovationsberaubte Retro Band im Fahrwasser von Dismember. Innovationsberaubt deswegen, weil die mit ihrer grundsätzlichen Ausrichtung schon beinahe den Plagiatsvorwurf über sich ergehen lassen müssen, beginnend von der Songstruktur bis hin zum Sound. Also eher nichts, das beweisen würde, dass die Flamme tatsächlich übergesprungen ist. Und trotzdem kann die Musik natürlich Spaß machen, wenn man keinen Wert auf die Quelle legt. Gut gegensätzlich gestaffelt sind die 4 Stücke, da haben wir 2 flotte Death Metal Poltereien mit passenden Riffs und dem gegenüber stehen 2 Nummern, die tempogebremst eher den Kriegstank voll laufen lassen, bevor sie sich allmählich und gewichtig in Gang setzen. „ Of Dust And Doom“ beginnt mit preußischer Genauigkeit und endet auch so, nämlich mit den Gleichschritt angebender Schlagzeugarbeit. Der Rest ist eher unspektakulär und gemäß dem Titel kein atemloses Geprügel. Bolt Thrower konnten so was mal, Nile auch, wenn sie es auf Atmosphäre anlegten, nur halt mit anderem Sound. „Rekviem“ begrüßt uns auch ganz deutlich aus dem Sektor unaufhaltsamer Verzweiflung und schleppt sich stöhnend aber um einiges morbider und deswegen gefälliger bis an sein unausweichliches Ende. Gute Bassline übrigens, die bringt das Zwerchfell zum vibrieren. „Bestial“ und „ Shadow Of The Quarter Sun“, deren Konterparts, sind dann eher ganz typische Mid Tempo Death Metal Konstrukte aus der gewohnten schwedischen Küche antiker Rezepte und alter Töpfe und Pfannen. Es schmeckt immer noch, wenn Großmutter kocht, aber irgendwann trifft auch sie den Schnitter und übrig bleibt der Döner an der Ecke. Vielleicht sollte man da meinen, es wäre lobenswert, wenn uns jemand die ursprünglichen Schnittmuster zum Gemüse hacken und Fleisch weich klopfen erhält. Aber wenn wir ehrlich sind, geht der momentane Trend nicht dahin, dass wir irgendwas vergessen könnten, dafür gibt es beinahe schon zu viele Mahner und Erinnerer. Was soll´s, wenn sie spielen wollen, dann lassen wir sie raus, immer noch besser als wenn sie auf dumme Gedanken kommen und mit geschminkten Visagen Kirchen anstecken. Dann doch lieber so und wie erwähnt musizieren können die Nordmänner durchaus, haben sie sich doch unter anderem bei Amon Amarth verdingt oder zocken in Bands wie Crypt Of Kerberos. Jeder Schwede braucht heute eben auch eine originale, ungeschliffene und möglichst fies und kantig klingende Old School Rumpelbude, also warum die Brüder hier nicht. Gibt wesentlich schlimmeres. Beim kommenden Album können die Karten schon wieder ganz anders gemischt sein.
6/10

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